Peine

Sprachbildung: „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“


Symbolfoto: pixabay
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23.10.2018

Peine. Die Kampagne des Jugendamtes des Landkreises Peine „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ thematisiert die Handynutzung Erwachsener in Gegenwart von kleinen Kindern. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises hervor.


Die digitalen Medien sind im Alltag unsere ständigen Begleiter geworden und nehmen bewusst, wie auch unbewusst, viel Aufmerksamkeit von uns ein. Insbesondere kleine Kinder benötigen jedoch genügend Zeit im direkten Kontakt mit ihren Bezugspersonen, damit sie sich seelisch und sprachlich gut entwickeln können.

Im Rahmen der Kampagne meldet sich nun Susanne Standke, Erzieherin und Fachberaterin für den Bereich Sprache, zu Wort und appelliert: „Ein intensives Miteinander ist entscheidend, das heißt die Interaktion zwischen Ihnen und ihrem Kind. Der liebevolle Umgang verpackt mit vielen sinnlichen Erlebnissen sollte den größten Teil einnehmen. Kinder, die mit Ritualen, wie beispielsweise dem gemeinsamen Essen oder der Gutenachtgeschichte groß werden, können meist mit der Medienwelt gut umgehen.“

"Es fehlt die Ruhe"


Gerade durch die veränderten Gegebenheiten in der Gesellschaft, wie Zeit- und Leistungsdruck oder mangelnde Naturerlebnisse, fehlen vielen Kindern Erfahrungswerte und die Ruhe, um Erlebtes zu verarbeiten.

Die kindliche Sprachentwicklung verläuft in einer bestimmten Abfolge. Sie ist mit vielen kleinen Zeitfenstern versehen, in denen Kinder sich mit großem Interesse einer Sache zuwenden. Dies ist bei genauem Hinsehen auch für den Laien gut erkennbar. „Zum Beispiel fordern die Kleinen ein, feste Brotrinde zu kauen und sorgen so für ein hervorragendes Training der Mundmuskulatur. Diese für das eigentliche Sprechen später unerlässlich“, erläutert Standke.

Solange es genügend Anreize gibt, suchen sich die Kinder also „fast von ganz allein“ notwendige Herausforderungen. Werden diese Zeitfenster nicht wahrgenommen und entsprechend der Bedürfnisse des Kindes gefüllt, wird es zunehmend schwieriger, die Kinder dazu zu motivieren.

Wie man am liebsten lernt:


„Erinnern Sie sich, wie Sie am liebsten lernen“, ermutigt Standke, „ein freundliches Gegenüber, eine schöne Atmosphäre, spannende Materialien und Zutrauen lassen die Entwicklung nur so sprudeln. Bringen Sie ihre Kinder zum Staunen, zeigen Sie Interesse an dem, was Ihr Kind Ihnen zeigt und stauen Sie mit. So können sich das Gehirn und die Sprache gut entwickeln."

Sprache bildet sich in jeder Situation des Alltages und Erwachsene sind dabei die Vorbilder für Kinder. „Kinder lernen von unserer Begeisterungsfähigkeit, unserer Motivation, unserem Verhalten, dem Ausdruck unseres Gesichtes und von unserem Staunen“, fasst die Fachberaterin abschließend zusammen.


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