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Stadtteile im Porträt – Teil 6 – Engelnstedt



Salzgitter

Stadtteile im Porträt – Teil 6 – Engelnstedt


Die Reliefsteine von Engelnstedt. Foto: Stadtarchiv
Die Reliefsteine von Engelnstedt. Foto: Stadtarchiv Foto: Stadtarchiv

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Engelnstedt.Salzgitter. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Stadt Salzgitter Berichte der Ortsheimatpfleger. Darin sollen die Stadtteile vorgestellt werden. Weiterhin wird dadurch auf die besondere Arbeit der Stadtexperten aufmerksam gemacht. regionalHeute.de stellt diese in einer Serie vor. Heute geht es weiter mit Heinrich Hagemann für Engelnstedt.



Salzgitter-Engelnstedt


Von Bären, Wölfen und Schlangen (von Heinrich Hagemann)


"Wer nach Engelnstedt, dem von der Bevölkerungsdichte her kleinsten Stadtteil der Ortschaft Nord kommt, wird seit 2008 bereits am Ortseingang freundlich von einem Rentier begrüßt. Seit 2005 ziert das Säugetier das Engelnstedter Wappen, das auch an vielen Häusern im Stadtteil angebracht ist. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich der heutige Stadtteil Salzgitters zu einem Haufendorf entwickelt, das von Osten her durch einen kleinen Bach mit Wasser versorgt wurde und in der Dorfmitte mit einem Teich endete. Die Wohnhäuser der Engelnstedter Bauernhöfe sind fast alle mit der Langseite und dem Haupteingang nach Süden ausgerichtet in Fachwerkbauweise. Sie haben durchweg zwei Etagen, einzig ein Fachwerkhaus in der Vallstedter Straße, das früher die Brandversicherungsnummer (Ass.-Nr.) Sieben trug, ist dreistöckig. Eine Besonderheit weist das Haus mit der Brandversicherungsnummer 42 auf, das heute unter der Adresse Auf der Graube zu finden ist.

Fabeltiere reliefartig in Eck-Quadersteine eingemeißelt


Dort findet man versteckt unter Grasbewuchs des nicht mehr bewohnten Wohnhauses an der Südostecke im Fundament verschiedene Fabeltiere reliefartig in zwei Eck-Quadersteine eingemeißelt. Man erkennt Bären, Wölfe und Schlangen. Diese Steine bestehen aus Muschelkalk, während das ganze übrige Fundament aus Sandsteinen gefertigt ist. Nach Auskunft der Denkmalpflege beim Niedersächsischen Heimatbund scheint es wahrscheinlich, dass die Steine im späten Mittelalter nach spätromanischen Vorbildern gefertigt wurden. Beim Großbrand 1746 stand das Haus direkt an der Straße, als es abbrannte. Es wurde danach, zirka sechs bis acht Meter weiter von der Straße weg, neu erbaut mit diesen Reliefsteinen. Ob die Steine schon in dem abgebrannten Hause eingebaut waren, ist nicht bekannt. Auch verwundert es, dass die Quader verkehrt herum eingebaut sind, vermutlich dienten sie so verbaut den Balken besser als Auflage.

Ein Reliefstein mit ähnlichen Motiven war 1804 in die Scheune eines Hofes im heutigen Pfarrwinkel (Ass-Nr. 33) mit Schlangenmotiven und einem Lamm als Radabweiser eingebaut. Nach einem Brand 1964 wurde die Scheune allerdings größtenteils zerstört. So ist der Verbleib des Steines wohl nicht mehr zu klären. Heute ist Engelnstedt von Norden her durch einen mit Bäumen bewachsenen Erdwall sowie von Westen teilweise durch eine Lärmschutzwand und einen Erdwall vor Straßenlärm etwas geschützt. Hinter dem Wall im Norden verbirgt sich eine Anfang der 1960er Jahre gebaute Siedlung und auf der Westseite hinter dem Wall ebenfalls eine neue Siedlung, die in den 1970er Jahren gebaut wurde. Noch einmal 20 Jahre später bis etwa zum Jahre 2000 entstand im Osten des Dorfes das bisher letzte Baugebiet „Reitwiese“.


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