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Starke Wissenschaft macht Wandel zu Innovationsstandort möglich

von Thorsten Raedlein



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30.09.2014


Braunschweig. Mit einem integrierten Stadtentwicklungskonzept will die Stadt Braunschweig eine intensive Vernetzung erreichen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und den demographischen Wandel sowie die großen sozialen Herausforderungen zu bewältigen. Dies erklärte Oberbürger­meister Ulrich Markurth beim Braun­schweiger Unternehmer­ge­spräch am Montag Abend in der Braunschwei­gischen Landes­sparkasse.

Angesprochen seien alle Akteure in Braunschweig, sich in diesen Prozess einzubinden, sagte Markurth. Um neue Lösungen anzuregen und regionale Kräfte zu mobilisieren, dürfe das Denken nicht an der Stadtgrenze aufhören. Der Stadtentwicklungsprozess müsse sich nicht nur über eine Wahlperiode, sondern über Jahrzehnte erstrecken.



Rund 300 Gäste waren zum mittlerweile 31. Braun­schweiger Unternehmergespräch gekom­men, das die Wirtschafts­förderungs­gesellschaft Braunschweig Zukunft ausrichtete. Es ist ein wichtiger Baustein der städtischen Wirtschaftsf­örderung und bietet nahezu allen Unternehmen mit Rang und Namen in der Stadt ein Forum der Begegnung. Gastgeberin war die Braunschweigische Landes­sparkasse.

Für Gerold Leppa, seit Februar Wirtschaftsdezernent und zugleich Geschäfts­führer der Braunschweig Zukunft GmbH, war dies das erste Unternehmergespräch in seinem Amt. In seiner Begrüßung wies er darauf hin, dass er mit der Übernahme der Verantwortung für die Wirtschaftsförderung ein sehr gut bestelltes Haus übernommen habe, das mit der Wirtschaft sehr gut im Gespräch und hervorragend vernetzt sei. Mit der Innovationsförderung und dem Gründerfonds sowie dem Techno­lo­giepark und dem Clustermanagement am For­schungs­flughafen verfüge die Braunschweig Zukunft GmbH über ein wirkungsvolles Instrumentarium. Daher werde Kontinuität ein Merkmal seiner Amtsführung sein.

Derzeit werde an einem Gewerbeflächenkonzept gearbeitet, denn Gewerbeflächen seien in Braunschweig knapp, sagte der Dezernent. Dabei würde die Restrukturierung von vorhandenen Flächen ebenso eine Rolle spielten wie neue Entwicklungen in der Arbeitswelt und neue Ansprüche von Arbeitnehmern an Infrastruktur.

Leppa wies auf das große Potential der Wissenschaft in Braunschweig hin. „Durch die dynamische Strategie der technischen Universität in Kooperation mit den wissenschaftlichen Einrichtungen bietet Braunschweig alle Voraussetzungen, um sich von der Stadt der Wissenschaft zum Innovationsstandort zu wandeln“, betonte er. Die in Stadt und Region stark vertretene Wissenschaft sei ein unschätzbarer Impulsgeber, an die Unternehmen mit neuen Produkten „andocken“ könnten, was zugleich zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen würde. Dies sei auch der Hintergrund für eine intensive Gründerförderung.

Dabei sei das Zusammenspiel der Braunschweig Zukunft mit dem 19 Unternehmen und Institutionen umfassende Gründungs­netzwerk beispielhaft, das zumeist jungen Menschen beim Start in die berufliche Selbständigkeit zur Seite steht. Ein Beleg sei der Technologiepark, der mit derzeit 24 Unternehmen fast immer ausgebucht sei. Er verzeichne auf seinen rund 2.300 Quadratmetern durchschnittlich fünf neue Gründerunternehmen pro Jahr und eine Auslastung zwischen 95 und 100 Prozent. Seit seiner Gründung 1986 seien dort 142 Firmen mit mehr als 1.600 Arbeitsplätzen entstanden.

Anschließend stellte Gastgeber Werner Schilli, Vorstands­mitglied der Braunschweigischen Landesspar­kasse, sein Unternehmen vor, das ein strategisches Ziel in einer hochwertigen Beratungsqualität sieht. Schilli wies dabei auf das Engagement der Sparkasse in der Aus- und Weiterbildung hin: „Wir haben uns trotz immensen Kostendrucks entschieden, in die Zukunft zu investieren. In den letzten 2 Jahren haben wir insgesamt rund 850.000 Euro  für  die  Weiterbildung  der Führungskräfte des Filial-Bereichs sowie weiterer Teilnehmer aus den Bereichen Marketing und Vertriebs­mana­gement, Private Banking und Versicherungs­agentur ausgegeben. Diese Investitionen lohnen voll und ganz und sie werden durch noch bessere Vertriebsleistungen vielfach zurückgezahlt.“

Den Schlusspunkt setzte der Gastredner Professor Baldur Kirchner, freier Dozent für Persönlichkeitsbildung, der im bayrischen Ettingbeuren ein vielbesuchtes Tagungszentrum für Führungskräfte unterhält. Sein Vortragsthema: „Führen in Veränderungsprozessen“.


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