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Staubexplosionen - Braunschweiger Forscher will Unfälle verhindern

Zudem könnten die Erkenntnisse der Klimaforschung nützen.

 Der Preisträger und Projektleiter Dr. Holger Großhans.
Der Preisträger und Projektleiter Dr. Holger Großhans. Foto: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

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07.09.2020

Braunschweig. Allein in Deutschland ereignet sich etwa alle zehn Tage eine Staubexplosion, hervorgerufen durch elektrostatische Aufladung. Unter welchen Bedingungen sich die Staubpartikel elektrisch aufladen und wie man dies verhindern kann, will jetzt der habilitierte Ingenieur Holger Großhans an der Physikalisch-Tchnischen Bundesanstalt (PTB) in einem fünfjährigen Projekt genauer erforschen. Hierfür erhielt der Wissenschaftler einen hochdotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrates (ERC). Dies teilt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt mit.


Für die Berechnung elektrostatischer Aufladungen will Großhans ein neuartiges Verfahren zur Messung von Pulverströmen sowie ein Open-Source-Tool für die Berechnung elektrostatischer Aufladungen entwickeln. So könne erstmals das Zusammenspiel von Strömungsmechanik, Materialwissenschaft und Elektrostatik detailliert untersucht werden. Ziel sei die Vorhersage, Evaluierung und Begrenzung elektrostatischer Aufladungen.

Erkenntnisse könnten Klimaforschung unterstützen



Dass Materialien bei Kontakt ihre Ladung weitergeben, wusste man schon vor mehr als 2000 Jahren. Heute wird dieses Wissen in vielen industriellen Anwendungen, wie zum Beispiel der Pulverbeschichtung oder in Laserdruckern genutzt. Doch vor allem beim Pulvertransport, bei dem Druckluft eingesetzt wird, kommt es immer wieder zu Unfällen.

Großhans´ Augenmerk liege dabei nicht nur dem Explosionsschutz. „Wir betreiben Grundlagenforschung und versprechen uns davon ein besseres Verständnis der Prozesse in diversen technischen Anwendungen", so Großhans. Zudem könnten die Erkenntnisse der Klimaforschung nützen. Schließlich würden sich Staubstürme elektrostatisch aufladen, was nicht nur zu dramatischen Blitzen führe, sondern auch das globale Klima beeinflusse.


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