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THW: Tagelang auf Hochwassereinsatz im Hildesheimer Raum


Auch in der Nacht wurde gearbeitet. Fotos: THW Peine
Auch in der Nacht wurde gearbeitet. Fotos: THW Peine

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31.07.2017

Peine/ Hildesheim: Das THW Peine gab regionalHeute.de einen Überblick über die Einsätze in der vergangenen Woche. Die Einsatzkräfte waren im Landkreis Hildesheim vor Ort.



Dienstag, früher Morgen


Um kurz vor 4 Uhr morgens am vergangenen Dienstag kam von der THW Geschäftsstelle Braunschweig eine Alarmierung für die Peiner THW-Helfer. Einsatzort war Nordstemmen im Landkreis Hildesheim, wo die Unwetterwarnungen der Nacht ihr gesamtes Gesicht zeigten. Auf Anforderung der Feuerwehr waren die Einsatzkräfte dabei, verschiedene Einsatzstellen, meist größeren Ausmaßes, abzuarbeiten. Vor allem das Kanalisationsnetz und einige kleinere Gewässer in und um den Ort wurden teils zu reißenden Bächen. Das THW war mit sechs Experten der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen im Einsatz, die speziell für diese Art der Einsätze geschult sind.

"Nach Abzug in Nordstemmen waren wir seit dem frühen Nachmittag an unserer zweiten Einsatzstelle in Elze angekommen. Hier galt es das alte Klärwerk zu entlasten, damit die Kanalisation der Innenstadt von Elze entlastet wurde. Wir pumpten mit bis zu 7.000 Litern pro Minute und hofften auf Besserung der Wetterlage", erklärte Wolf-Heinrich Becker vom THW.

Mittwoch, 10 Uhr


Nachdem das alte Klärwerk in Elze noch am Dienstagbend unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde die Pumpleistung etwas verringert und die Einsatzstelle an zwei Kameraden aus Elze zur weiteren Überwachung übergeben. In Nordstemmen hatten die Regenfälle und Pegel wieder zugenommen und es war dringende Abhilfe erforderlich. Mit der Großpumpe waren die Peiner Kameradenschnell vor Ort, konnten die Arbeiten aufnehmen und die Lage über die Nacht entlasten.

Mittwoch, 22 Uhr


Der dritte Einsatzort lag zwischen Ahrbergen und Giesen im Landkreis Hildesheim. Dort gab es zwei Einsatzstellen: Mit der Großpumpe entlastete das Personal aus Peine einen von der örtlichen Feuerwehr errichteten Deich, damit dieser nicht überlief und ein Industriegebiet überflutete. "Weiterhin pumpen wir Regenwasser aus dem Regenwasserkanal im Industriegebiet direkt in die Innerste. Normalerweise funktioniert das über ein Gefälle. Da die Innerste allerdings Hochwasser führte, staut sich das Wasser bis in das Industriegebiet und kann nicht ablaufen", so Becker



Die Maschinen standen nicht still. Foto:


Donnerstag, 19 Uhr


In der vergangenen Nacht stieg der Pegelstand der Innerste noch einmal deutlich an. Das Peiner THW war auf einem Gelände der Bundeswehr tätig. "Wir pumpten das überschüssige Regenwasser aus dem Regenwasserkanal, um das Gewerbegebiet in Ahrbergen vor den Wassermassen zu schützen. Hier befinden sich mehrere Hotels und einige Firmen, die es zu schützen galt", berichtet Becker.

Freitag, 9 Uhr


Nach einem anfangs sehr geordneten und kontrollierten Einsatzabend hatte sich die Lage in Ahrbergen über Nacht zugespitzt. Durch einen Dammbruch in der näheren Umgebung liefen große Mengen Wasser in Richtung des kleinen Ortes der Gemeinde Giesen. "Neben unserer Entlastung durch die Pumparbeiten mit mittlerweile bis zu zwanzigtausend Litern pro Minute. kämpften rund 140 Feuerwehrkameraden der Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüchow-Dannenberg mit unzähligen Sandsäcken gegen die Fluten. Es half aber alles nichts und die Wassermassen trafen gegen Mitternacht auf das Industriegebiet in Ahrbergen", sagt Becker. Mit aller Macht versuchten die mittlerweile von vielen freiwilligen Helfern unterstützten Einsatzkräfte die Wohnhäuser, Hotels und Firmen zu schützen, was größerenteils gut gelang. Am Morgen entspannte sich die Lage etwas.


Warten auf den Zufluss des Wassers. Foto:


Samstag, 12 Uhr


"Wir waren wieder in Ahrbergen im Landkreis Hildesheim auf dem Gelände der Bundeswehr. Hier befindet sich eine Zisterne als Zwischen-Regenrückhaltebecken mit rund 1.200.000 Liter Fassungsvermögen, die durch das zulaufende Wasser recht schnell vollläuft. Sie drohte überzulaufen, da die angeschlossenen Pumpen einer Pumpenstation die Wassermassen nicht mehr schaffen konnten", erinnert sich THW-Mann Wolf Dieter Becker. Es bestand die Gefahr ein großes Gebiet in Ahrbergen zu überfluten, auf dem Fabrikgebäude sowie mehrerer Hotels stehen. "Hier haben wir mit drei Hochleistungspumpen zusammen rund 15.000 Liter Wasser pro Minute aus der Zisterne in Richtung Innerste gepumpt. Nach unserem Mittagessen, dass uns die Frauen der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr gekocht haben, konnten wir die Einsatzstelle in Ahrbergen zurückbauen, die Wassersäule hat in der Zisterne nicht weiter zugenommen". Nach einem 24-Stunden-Dienst rückte ein Großteil der Kameraden wieder in die Unterkunft in Peine ein, um zu Hause auszuschlafen.


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