Wolfenbüttel

Über 50 Interessierte informierten sich über Energiespar-Maßnahmen



Artikel teilen per:

01.04.2014


Schöppenstedt. Kann man ohne Geld auszugeben, nur durch Gewohnheiten ändern, Energie und damit Geld sparen? Und wann rechnen sich Investitionen in Heizung und Dämmung? Kann man Nachtspeicherheizungen ohne große Umbauarbeiten durch Infrarot-Heizungen ersetzen und ist das auch ökologisch vertretbar? Bekomme ich Förderungen und wie kann ich die Maßnahmen finanzieren? Viele Fragen, die man sich als Haus- oder Wohnungsbesitzer und auch als Mieter, angesichts ständig steigender Energiekosten stellt.

Bei der Vortragsreihe im Rathaus informierten sich über 50 Zuhörer über die vielfältigen Möglichkeiten. Als eine Lösung, speziell für den Fall dass die Nachspeicherheizung ausgetauscht werden soll, wurde die Infrarot-Heizung vorgestellt. „Energieberater werden oft gefragt, was denn die beste Lösung sei. Es gibt aber nicht die eine richtige Lösung für alles!“, erklärt Dipl.-Ing. Heiko Hilmer, Klimaschutz-Manager der Stadt Schöppenstedt. „Jedes Gebäude ist anders, jeder Nutzer hat andere Bedürfnisse. Darum bieten wir in dieser Vortragsreihe mit der anschließenden kleinen Ausstellung allgemeine Informationen und mit der Infrarot-Heizung einen Lösungsvorschlag, der bisher sehr kritisch beäugt wird.“. Strom ist eine sehr hochwertige Energie und steht zurzeit noch nicht im Überfluss zur Verfügung. Daher werden elektrische Heizungen auch nicht gefördert. Untersuchungen zeigen jedoch ein großes Einsparpotential auf. „Das kann ich bestätigen!“, bringt sich Axel Granel ein, der in seinem Haus vor einigen Jahren die Ölheizung durch fünf Infrarot-Heizungen ersetzt hat. „Ich wollte weg vom Öl und will auch nicht von Gaslieferungen aus Russland abhängig sein. Daher hab ich die Infrarot-Heizungen einfach mal ausprobiert und konnte die niedrigen Stromkosten zuerst gar nicht glauben. Jeder erzählte mir, Stromheizungen sind teuer. Heute habe ich erfahren, warum das für Infrarot-Heizungen nicht gilt und dass mein Zähler nicht kaputt ist.“, freut sich Axel Granel über die Bestätigung seiner eigenen Erkenntnisse durch die Veranstaltung. Durch die vielfältigen und einfachen Anwendungsmöglichkeiten trägt diese Heizungsart neben dem Einsparpotential auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei. Trockenere Wände dämmen besser und sind weniger schimmelanfällig. Staubverwirbelungen und Luftzug bleiben aus, weil es keine Luftwalze durch die aufsteigende warme Luft über den Heizkörpern gibt. Und jeder kann mit einfachen Mitteln eine individuelle Einzelraumregelung realisieren. Wer es bequem haben möchte kann sogar alles per Smartphone steuern und überwachen.

Aber auch nichtinvestive Maßnahmen wie Reglereinstellungen optimieren und Änderungen der Gewohnheiten können die Ausgaben für Energie senken. „Nimmt man geringinvestive Maßnahmen dazu, kommt man mit wenig Geld auf eine Einsparung bis zu 20 Prozent, die fast jeder erreichen kann.“, stellt Hans Regener, Energieberater und Baubiologe aus Cremlingen fest. „Die Heizung hat den größten Energiebedarf im Haushalt. Daher lohnt es sich hier immer genau hinzuschauen. Von Dämmung bis Pullover anziehen gibt es einen bunten Strauß an möglichen Maßnahmen mit unterschiedlich großen Investitionen.“, so Hans Regener weiter. „Einen Planer und Berater einzubeziehen macht durchaus Sinn, haben wir festgestellt. Zum Beispiel stellen wir leider immer wieder fest, dass Dämmungen oft nicht fachgerecht ausgeführt werden. Das führt nicht selten zu Schimmelproblemen.“, beschreibt Dipl.-Betriebswirt Stephen Buchholz von der Braunschweigischen Landessparkasse seine Erfahrungen. „Für einige Förderungen ist die Beratung und Überprüfung der Ausführung durch einen zertifizierten Energieberater vorgeschrieben.“, erklärt Stephen Buchholz. Um sicher durch die Förderlandschaft zu kommen und eine Finanzierung ohne Fallstricke zu finden, sollten Sanierer Energieberater und Bankberater einbeziehen und Angebote vergleichen. Die oftmals älteren Zuhörer stellten sich dann noch eine Frage: „Laufzeiten für die Finanzierungskredite von 20 bis 30 Jahren – da macht doch bei älteren Kreditnehmern keine Bank mit, oder?“. Stephen Buchholz räumte ein, dass es immer noch Fälle gibt, wo ältere Menschen keinen Langzeitkredit bekommen. Sparkassen und Banken haben sich jedoch dieser Aufgabe, die sich durch die immer älter werdende Bevölkerung ergibt, gestellt und man stellt ein Umdenken bei Sparkassen und Banken fest. Es gibt ein paar Freiheitsgrade bei der Finanzierung, daher empfahl er individuelle Beratungsgespräche.

Nach den Vorträgen nutzten die Besucher die Möglichkeit in der kleinen Ausstellung mit den Referenten ihre konkreten Fragen zu stellen und konnten die Heizleistung der Infrarot-Heizung persönlich spüren, die im Rathaus gegen 20 Euro Pfand ausgeliehen werden kann. Interessenten wenden sich bitte an Frau Siebert unter 05332-938.118 oder siebert@schoeppenstedt.de.


zur Startseite