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VW-Lockdown-Kettenbrief ist "Scheißhaus-Parole"



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VW-Lockdown-Kettenbrief ist "Scheißhaus-Parole"

Der Betriebsrat von Volkswagen findet deutliche Worte zu der Sprachnachricht, die derzeit umgeht. Es handele sich um ein völlig frei erfundenes Gerücht, um eine zwei Minuten lange "Scheißhaus-Parole".

von Anke Donner


Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

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Wolfsburg. Seit einigen Tagen geistert in sozialen Medien wie WhatsApp und Telegram eine Sprachnachricht umher. Darin wird behauptet, dass der Volkswagenkonzern seine Produktion komplett runterfahren will. Grund sei die Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung. Volkswagen stünde vor einem harten Lockdown, sagt eine unbekannte Person. Nichts weiter, als eine "Scheißhaus-Parole", sagt der Betriebsrat.



Und eben dieser VW-Betriebsrat wird sogar als Quelle für die News angegeben, die laut eines VW-Betriebsratssprecher frei erfunden sind. In der Nachricht wird behauptet, Deutschland stehe vor einem „kompletten harten Lockdown“ mit entsprechend weitreichenden Folgen für das wirtschaftliche und private Leben. Angeblich sei die behauptete Verschärfung mit der Arbeitnehmervertretung bei Volkswagen schon vorbesprochen, was der Unbekannte als Indiz dafür wertet, dass seine Ankündigungen der Wahrheit entsprächen.

„Die von VW, die haben jetzt schon, obwohl das überhaupt noch nicht spruchreif ist und noch gar nichts darüber zu lesen ist, einem kompletten harten Lockdown zugestimmt.“

- Auszug aus Sprachnachricht




Der Unbekannte führt dann weiter aus, dass damit zu rechnen sei, dass ab Februar für mindestens 14 Tage oder länger „die komplette Wirtschaft runtergefahren wird“, eine „komplette Kontaktbeschränkung“ gelte und der Gang vor die Haustür nur noch für das Allernotwendigste wie alleine Einkaufen oder Gassigehen mit dem Hund erlaubt sei. Zum Ende der Sprachnachricht nimmt der Unbekannte noch einmal Bezug auf den Anfang und behauptet:

„Wenn der VW-Betriebsrat das schon bewilligt, obwohl das überhaupt noch gar nicht irgendwo in den Medien irgendwo aufgetaucht ist, dann könnt ihr glauben, dann kommt das so. Denn das haben wir heute Nacht aus erster Hand.“

- Auszug aus Sprachnachricht



Seit dem Beginn der Pandemie sehe sich auch der Betriebsrat immer mal wieder mit Fake News konfrontiert. Bereits im vergangenen April habe der Betriebsrat daher Tipps veröffentlicht, die der Belegschaft das Entlarven von Falschnachrichten erleichtern sollen, teilt ein Sprecher des VW-Betriebsrates auf Nachfrage von regionalHeute.de mit und wird dann deutlich: "Das sind Fake News. Nichts davon ist wahr. Wir weisen den Mist aus dieser Sprachnachricht entschieden zurück. Es handelt sich um ein völlig frei erfundenes Gerücht, oder um es noch klarer zu sagen: um eine zwei Minuten lange Scheißhaus-Parole.“

Kurzarbeit angemeldet


Für das Werk Braunschweig hat Volkswagen nun Kurzarbeit angemeldet. Dies habe aber nichts mit dem Lockdown zu tun, sondern damit, dass es Lieferprobleme bei einigen Teilen gibt, die für die Produktion im Komponentenwerk wichtig seien, sagte ein Konzernsprecher am Montag auf Nachfrage.


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