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Warnung an Tierhalter: Eine Raubkatze streift durch Goslars Innenstadt



Goslar

Warnung an Tierhalter: Eine Raubkatze streift durch Goslars Innenstadt

Ein Luchsjunges hat sich in die Goslarer Innenstadt verirrt und wurde bereits an mehreren Stellen gesichtet. Das Luchsprojekt Harz ist auf weitere Hinweise angewiesen, um das Tier einzufangen. Für Tiere in Freiläufen und Freigänger-Katzen könnte der Luchs eine Gefahr darstellen.

von Marvin König


Ein Luchsjunges streift durch Goslar. (Symbolbild)
Ein Luchsjunges streift durch Goslar. (Symbolbild) Foto: Pixabay

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Goslar. Durch den südlichen Teil der Goslarer Innenstadt streift zurzeit ein Luchsjunges auf der Suche nach Futter. Ole Anders, Leiter des Luchsprojektes Harz, berichtet von mehreren Sichtungen in den vergangenen Tagen und appelliert, seine Tiere nicht unbeaufsichtigt im Freien zu lassen. Dies gelte insbesondere für Hasen und Kaninchen in Freigehegen, doch auch für die Sicherheit von Freigänger-Katzen könne er nicht abschließend garantieren.



Bei dem verwaisten Luchs handele es sich laut Anders um ein Jungtier, das vermutlich im Mai oder Juni dieses Jahres geboren wurde: "Es hat wohl den Kontakt zur Mutter verloren. Vielleicht ist sie auch tot, das wissen wir nicht. Tatsache ist, dass sich solche Jungtiere, wenn sie verwaist sind, recht häufig in Ortsnähe begeben, weil da der ein- oder andere Katzennapf zu finden ist." Für einen Luchs in diesem Alter sei dieses Vorgehen eine pure Verzweiflungstat. Anders wird deutlich: "Dieses Tier wird über kurz oder lang eingehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es sei denn wir fangen ihn weg."

Heute hier, morgen dort


Die Suche nach dem Luchs gestalte sich jedoch kompliziert. "Wir waren in den letzten Tagen immer ein bisschen zu spät. Wenn uns eine Nachricht erreicht und wir uns auf den Weg machen, ist er schon drei Straßen weiter, bevor wir vor Ort sind", berichtet Anders. Bislang sei der Luchs an keiner Stelle zweimal gesichtet worden: "Wir wissen, dass er auf einem Grundstück schonmal Futter aufgenommen hat. Aber wider Erwarten kehrte er an diese Stelle nicht zurück."


Der Luchsexperte rät ausdrücklich davon ab, selbst Futter für das Tier auszulegen: "Wir brauchen eine Stelle, an der er mindestens zweimal war. Da legen wir dann etwas hin und versuchen, ihn an diesen Ort zu binden. Wenn das alle machen, ist es aber genauso gut, als wenn nichts da wäre."

Tiere im Auge behalten


Für Menschen stelle das Jungtier keine Gefahr dar. Tiere, die deutlich kleiner sind als er selber könne der Luchs aber ohne Probleme töten, auch wenn er als Jungtier noch nicht sehr erfahren sei. "Man sollte auf jeden Fall nicht die Kaninchen unbeaufsichtigt in den Garten stellen. Die Tiere sollten beaufsichtigt sein, solange dieser Luchs unterwegs ist." Auch eine Gefahr für frei laufende Katzen könne er nicht gänzlich ausschließen. Im Bereich des südlichen Ortsrandes von Goslar sollte man daher auch auf seine Katzen achten.

Das Luchsprojekt Harz erbittet dringend Hinweise auf weitere Sichtungen des Luchses. Diese können bevorzugt telefonisch unter: 0170 2061123 oder alternativ unter 0176 56810547 an das Luchsprojekt Harz gerichtet werden. Weitere Kontaktdaten finden Sie hier.


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