Wie viel verdienen Solisten am Staatstheater?

26. März 2019
Die BIBS will es wissen: Wie steht es mit der Bezahlung von Solisten am Staatstheater? Symbolfoto: Archiv
Braunschweig. Vor dem Hintergrund jüngster Medienberichte über die schlechte Bezahlung festengagierter Solisten an deutschen Opernhäuserm und Theatern fordert die BIBS-Fraktion zur Ratssitzung am 2. April Aufklärung über die Bezahlung der Braunschweiger Solisten am Staatstheater. Das teilt die Fraktion in einer Pressemitteilung mit.

Das Staatstheater Braunschweig sei eine wichtige, finanziell gut ausgestattete Kulturinstitution: So erhalte das Haus im Haushaltsjahr 2019 allein von der Stadt Braunschweig weit über 10 Millionen Euro. Für Personalkosten gebe das Theater jährlich knapp 29 Millionen Euro aus, so die BIBS einleitend.

In einem Artikel des Magazins „Zeit Campus“ vom 4. März sei zu lesen gewesen, dass Sängerinnen und Sänger ohne Festengagement für mittelgroße Partien in Stücken wie „La Bohème“ von Puccini an manchen Opernhäusern eine Gage von 100 Euro pro Vorstellung angeboten bekämen. Der Mindestlohn für Sänger im Festengagement belaufe sich nach Angaben des Artikels auf knapp 2.000 Euro brutto im Monat.

„Unglaublich großes Gehaltsgefälle“

In dem Artikel werde ein Sänger mit den Worten zitiert: „Die Verteilung innerhalb des – eigentlich sehr gut finanzierten – Systems Oper funktioniert nicht sauber, das Gehaltsgefälle ist unglaublich groß. Da sind die Techniker, die vergleichsweise gut verdienen, die Orchestermusiker, die auch relativ ordentlich verdienen, und die Choristen, die an vielen Theatern mehr verdienen als junge Solisten, obwohl beide die gleiche Ausbildung haben.“ Die BIBS-Fraktion will daher wissen, ob dieses so genannte „Solo-Prekariat“ auch am Staatstheater existiert.

„Sollte sich das bewahrheiten, müssen sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, das im Vergleich zum Gesamtpersonal überschaubare Solistenensemble angemessen und im Vergleich zu Orchester, Chor und Technik gleichwertig zu bezahlen“, erklärt BIBS-Ratsherr Wolfgang Büchs. „Angesichts massiver Fördermittel und eines hohen Personalbudgets muss es möglich sein, die wesentlichen Akteure, nämlich die Protagonisten auf der Bühne, angemessen zu bezahlen.“

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