Zu Warnstreiks bei Continental Teves aufgerufen

10. Januar 2018 von
IG Metall zeigt sich kampfbereit. Foto: Sandra Zecchino
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Gifhorn. Gleich zwei mal sind die Arbeitnehmer von Continental Teves am morgigen Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen. Bereits um 0.01 Uhr sollen die Kollegen der Nachtschicht ihre Arbeit niederlegen und um 12 Uhr die Mitarbeiter der Normalschicht. Das teilte die IG Metall mit.

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Bei Teves sei es eine besondere Situation. Noch vor zwei Jahren hätten alle schwarz gesehen und es sei von Stellenabbau und Werksschließung gesprochen worden, erinnerte sich der Betriebsratvorsitzende Burkhardt Häusler. Doch nun sei alles anders gekommen und das Werk sei ausgelastet. Statt den damals geplanten 1.200 Mitarbeiter seien zum jetzigen Zeitpunkt 1.600 Mitarbeiter sowie über 200 Leiharbeiter bei Teves beschäftigt. Ein Schwerpunkt sei dabei die Produktion der Luftfeder, also ein Bereich, bei dem ein Streik hauptsächlich Auswirkung auf die Produktions von Luxusfahrzeugen – auch bei Volkswagen – habe, erläutert Lothar Ewald, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg.

Fachkräftemangel: Ein selbstgemachtes Problem

Die Hauptforderungen in den Tarifverhandlungen seien sechs Prozent mehr Lohn und eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Arbeitnehmer sollen die Möglichkeit bekommen, für einen begrenzten Zeitraum ihre Arbeitszeit auf 28 Stunden abzusenken. Wenn dieses zur Pflege eines Familienmitgliedes oder zur Kinderbetreuung geschehe, solle das Einkommen teilweise ausgeglichen werden.

Doch vor allem in diesem Punkt sträuben sich die Arbeitgeber, berichtet Ewald von den laufenden Verhandlungen. Das sei beim aktuellen Fachkräftemangel nicht umsetzbar. Doch da zeigt sich die IG Metall hart. Schließlich seien die Unternehmen an der aktuellen Situation selber schuld, da sie die Zahl der Ausbildungsplätze kontinuierlich reduziert hätten. Und die IG Metall sei auch noch zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen bereit, wenn die Arbeitgeber nicht einlenkten. Am 26. Januar setze sich der Vorstand zusammen und diskutiere über verschiedene Optionen, zu denen unter anderem auch ein sogenannter Powerstreik gehöre, der dann über 24 Stunden gehen würde, so Ewald.

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