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Zur Versorge von Darmkrebs: Begehbares Darmmodell klärt auf

von Max Förster


Professor Dr. Kinan Rifai (links) und Professor Dr. Heinrich Keck präsentieren das Darmmodell. Fotos/Video: Max Förster
Professor Dr. Kinan Rifai (links) und Professor Dr. Heinrich Keck präsentieren das Darmmodell. Fotos/Video: Max Förster Foto: Max Förster

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08.03.2016


Wolfenbüttel. Einmal im Jahr leistet das Klinikum Wolfenbüttel aktive Präventionsarbeit zum Thema Darmkrebs. Eine Infoveranstaltung am heutigen Dienstagabend um 19 Uhr und ein begehbares Darmmodell sollen auch dieses Jahr zur Aufklärung und zur Verdeutlichung des Risikos der wohl häufigsten Krebserkrankung dienen.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken an, erklärte Professor Dr. Keck. Ab dem 55. Lebensjahr komme dann die Krankenversicherung für die Kosten einer Darmspiegelung, einer sogenannten Coloskopie, auf, um so einem potenziell entstehenden Darmkrebs vorzubeugen oder den bereits vorhanden rechtzeitig zu behandeln. Eine solche Behandlung würde ohne die Beteiligung der Krankenkasse rund 250 Euro Kosten. Das klinge zunächst recht viel, erklärte Professor Dr. Heinrich Keck, "aber diese Kosten sollten einem die Gesundheit wert sein", betonte er. Schließlich komme man vergleichsweise auch regelmäßig für Reparaturkosten seines Autos auf, die wesentlich höher liegen.

Begehbares Darmmodell



Gestielter Polyp Foto: Max Förster



Ursache für die Entstehung von Darmkrebs seien die sogenannten Polypen, die sich in der Dickdarmwand bilden können. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, können diese bösartig werden. In einem rund zwei Meter hohen und über fünf Meter langen Modell konnten sich die Besucher am heutigen Dienstag die verschiedenen Arten und Ausprägungen von Polypen anschauen. Gestielte Polypen können, so Professor Dr. Heinrich Keck recht simpel mit Hilfe einer Drahtschlinge entfernt werden. Flach ausgeprägte Polypen hingegen seien nur schwer zu beseitigen, da hier das Risiko bestehe, die Darmwand zu perforieren. "Je größer die Polypen sind, desto höher ist auch das Risiko, dass diese bösartig sind", so Professor Dr. Heinrich Keck.


Die richtige Vorsorge


Rechtzeitig erkannt, könne jedoch dem Risiko einer Darmkrebserkrankung entgegengewirkt werden, betonte der Internist Professor Dr. Kinan Rifai. Achte man auf sein Gewicht und eine gesunde Ernährung, könne das Risiko verringert werden. Übergewicht, die übermäßige Ernährung mit Fleisch und ein erhöhter Genuss von Alkohol- und Tabakwaren seien nicht förderlich, erklärte er. Positiv auszuwirken, scheint sich allerdings die Einnahme von Aspirin. Bei Menschen mit bestimmten Genen, habe das Medikament bereits eine schützende Wirkung gezeigt, so der Internist. Aspirin werde also nicht nur zur Behandlung des Krebses, sondern auch teilweise zur Vorsorge verabreicht. "Die Zahlen haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert", erklärte Professor Dr. Kinan Rifai, dies lege nicht zuletzt an den Vorsorgeuntersuchungen, die ab dem 50. Lebensjahr begonnen werden.


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