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20.000 Tote an Europas Aussengrenzen - "Seebrücke" plant Aktion auf dem Schlossplatz



Braunschweig

20.000 Tote an Europas Aussengrenzen - "Seebrücke" plant Aktion auf dem Schlossplatz

Etwa 700 paar Schuhe auf dem Schlossplatz sollen auf die Schicksale von Migrantinnen und Migranten an Europas Außengrenzen aufmerksam machen. Die Aktion findet am kommenden Samstag statt.

Eine Demo der Seebrücke auf dem Schlossplatz. (Archivbild)
Eine Demo der Seebrücke auf dem Schlossplatz. (Archivbild) Foto: regionalHeute.de

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Braunschweig. Seit 2014 haben mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht vor Elend und Verfolgung ihr Leben verloren, davon mehr als 20.000 an Europas Außengrenzen im Mittelmeer. Diese Zahlen stammen von der Organisation "Missingmigrants". Von den allermeisten Opfern habe niemand Kenntnis, die wenigsten werden identifiziert. "In Zeiten, in denen es im Kampf gegen die Corona-Pandemie heißt "Jedes Menschenleben zählt" dürfen auch diese Menschen nicht vergessen werden", mahnt die Seebrücke Braunschweig in einer Pressemitteilung und lädt zu einer "Aktion gegen das Vergessen" ein.



Eine "unvorstellbare Dimension" des Leids


Die Aktion soll am kommenden Samstag von 10 bis 16 Uhr auf dem Schlossplatz stattfinden. Damit wolle die Seebrücke Braunschweig auf die aus ihrer Sicht "unhaltbaren Verhältnisse" aufmerksam machen. Vor dem Schloss sollen fast 700 Paar Schuhe aufgestellt werden, die symbolisch für die Einzelschicksale der viel größeren Zahl vergessener Opfer stehen. "Die Schuhe sollen die unvorstellbare Dimension des Leids ertrunkener Menschen im Mittelmeer fassbarer machen", so die Seebrücke.


"Laut internationalem Seerecht sei es die Pflicht aller, die auf See unterwegs sind, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Hilfsorganisationen zur Seenotrettung übernehmen heute im Mittelmeer die Aufgabe staatlicher Behörden. Statt ihrer Verantwortung nachzukommen, erschweren diese die zivile Seenotrettung, unter anderem auf der Grundlage der seit März in Kraft getretenen neuen Schiffssicherheitsanpassungsverordnung von Verkehrsminister Scheuer", kritisiert die Initiative. Die Aktion der Seebrücke sei deshalb auch ein Appell an die EU Mitgliedsstaaten, ihre Verantwortung wahrzunehmen, statt private Seenotrettung zu behindern.

Die Schuhpaare ziehen weiter


Aktivistinnen und Aktivisten der Seebrücke Braunschweig wollen am Aktionstag vor Ort zu den Opfern der Flucht und zur Situation von Migrantinnen und Migranten an Europas Außengrenzen informieren, um für das Thema zu sensibilisieren. Im Anschluss ziehen die Schuhpaare in weitere Städte in Deutschland, in denen die Ortsgruppen der Seebrücke ebenso dafür arbeiten, die Schicksale Geflüchteter in den öffentlichen und politischen Fokus zu rücken.


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