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30 Prozent der Kinder können nicht schwimmen



Braunschweig

30 Prozent der Kinder können nicht schwimmen

von Robert Braumann


Knapp 30 Prozent der Grundschüler können nach der 4. Klasse nicht sicher schwimmen. Symbolbild: Balder
Knapp 30 Prozent der Grundschüler können nach der 4. Klasse nicht sicher schwimmen. Symbolbild: Balder Foto: Christina Balder

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Braunschweig. In der Region Braunschweig können nach einer Erhebung, die der DLRG Bezirk Braunschweig gemeinsam mit der Landesschulbehörde Braunschweig im Jahr 2013 durchgeführt hat, knapp 30 Prozent der Grundschüler nach der 4. Klasse nicht sicher schwimmen.

Dem ging 2009 bereits eine interne Untersuchung voraus, die etwa 20 Prozent der Kinder als Nichtschwimmer erkannte. Um die Ursachen für diese Entwicklung besser zu analysieren und Maßnahmen für eine bessere Schwimmausbildung in der Zukunft zu erarbeiten, wurde durch alle an der Schwimmausbildung beteiligen Kräften das Symposium Schwimmfähigkeit durchgeführt. In vier Workshops erarbeiteten die Teilnehmer verschiedene Lösungen im jeweiligen Themengebiet. Dabei wurden fehlende motorische Fähigkeiten der Kinder thematisiert, durch welche die Kinder mehr Zeit für die Wassergewöhnung und Wasserbewältigung bräuchten. Das könnten die Sportvereine oder die Schulen mit der begrenzten Stundenzahl nicht alleine leisten.


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Das Symposium brachte viele Experten zusammen. Foto: Gerrit Meisel



Hier seien vielmehr auch die Eltern gefragt. Auch der Besuch in einem Schwimmbad vor einem Kurs könne helfen. Im Workshop unter Leitung von Maria Bergmann, im DLRG Landesverband Niedersachsen verantwortlich für das Projekt "DLRG und Schule“ und selbst Rektorin, wurden auch Forderungen an die Politik laut. Es müssten mehr Schulstunden für das Schwimmen her. Hintergrund ist, dass viel Unterrichtszeit für die Fahrt zur Schwimmhalle, das Umziehen und Duschen sowie Haare föhnen verloren geht. Von den zwei Wochenstunden blieben gerade einmal etwa 35 Minuten Wasserzeit. Im Workshop von Reinhard Meffert, DLRG-Ausbilder und Staatsanwalt, wurden die Rechtsfragen rund um die Schwimmausbildung beleuchtet. Die Lehrkräfte sollten regelmäßig mittels Fortbildungen für das Thema sensibilisiert werden, so der Experte.

Gemeinsame Fortbildung soll kommen


Im verbliebenen Workshop, der durch Helmut Fichtner, Bezirksleiter und Schwimmbadbetreiber, geleitet wurde, wurde das Netzwerk Schwimmen aus der Taufe gehoben. Hierbei sollen DLRG-Gliederungen, Schulen, Sportvereine, Sportbünde und Schwimmbadbetreiber zusammen mit externen Partnern die Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung verbessern. Wartelisten von etwa zwei Jahren bei allen Beteiligten stehen teilweise ungenutzte Wasserflächen beziehungsweise Hallenzeiten gegenüber. Es soll eine gemeinsame Fortbildung für alle Schwimmausbilder angeboten werden, bei der die verwendeten Methoden der Schwimmausbildung ausgetauscht und gemeinsam verbessert werden sollen. Um die Kommunikation und den Austausch untereinander zu fördern, wird der DLRG Bezirk Braunschweig den Angehörigen des Netzwerks Schwimmen eine geeignete Plattform bereitstellen. Die Teilnehmer fordern zukünftig auch bei angespannter Haushaltslage in den Kommunen keine Schwimmbäder mehr zu schließen. Andernfalls werde Deutschland, auch im Hinblick auf die Integration der Flüchtlinge weiterhin zum Land der Nichtschwimmer werden, sind sich die Experten sicher.


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