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300 Arbeitsplätze in Gefahr - BHW Plain Bearings in Braunschweig soll schließen



Braunschweig

300 Arbeitsplätze in Gefahr - BHW Plain Bearings in Braunschweig soll schließen

Das sei der Belegschaft am gestrigen Dienstag mitgeteilt worden. Die Gewerkschaft IG Metall ruft am morgigen Donnerstag zu Protesten auf.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Anke Donner

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Braunschweig. Die Unternehmensleitung von BHW Plain Bearings GmbH hat der knapp 300-köpfigen Belegschaft am gestrigen Dienstag mitgeteilt, dass der über 100 Jahre alte Traditionsstandort in Braunschweig geschlossen werden soll. Noch im Jahr 2019 hatten IG Metall und Belegschaft die Fusion von Miba und Zollern unterstützt, da laut einer Pressemitteilung der IG Metall auch eine mündliche Zusage einer Beschäftigungssicherung erfolgt sei. IG Metall und Betriebsrat äußern sich entsetzt über die Schließungsankündigung und rufen am morgigen Donnerstag zum Protest gegen die Schließung auf.



Die Demonstration soll am Donnerstag, dem 4. Februar vor dem Tor in der Alten Leipziger Straße 117 in Braunschweig stattfinden. IG Metall erinnert sich. Die Fusion zwischen Miba und Zollern sei nach Einschätzung des Bundeskartellamtes damals nur durch Ministererlaubnis durchführbar gewesen. Deshalb hatte sich die IG Metall in der Angelegenheit an den Bundeswirtschaftsminister Altmaier gewandt. Michael Cordes, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Braunschweig: „Wir haben den Minister aufgefordert, eine positive Entscheidung zu fällen, die eine Standort- und Beschäftigungssicherung beinhaltet, um die Arbeitsplätze zu schützen, den qualifizierten Beschäftigten den Rücken zu stärken und Perspektiven für eine Zukunft am Standort Deutschland zu bieten. Nicht nur wir haben uns in diesem Sinne eingesetzt, sondern auch die Abgeordneten unserer Region!“

"Da sehen wir, was das Wort von diesen Leuten wert ist"


Die Ministererlaubnis wurde erteilt – ohne Sicherung des Standorts und der Beschäftigung – und nun kommt alles anders. Die schwierige wirtschaftliche Lage in Zeiten der Corona-Pandemie werde aus Sicht der IG Metall von Miba eiskalt zum Anlass genommen, den Beschäftigten die Existenzgrundlage unter den Füßen wegzuziehen. Martin Grun, Betriebsratsvorsitzender: „Wir sind tief enttäuscht und stocksauer, wie der Arbeitgeber mit uns umgeht. Viele von uns arbeiten hier seit Jahrzehnten und wir haben immer unseren Beitrag für das Unternehmen geleistet! Uns wurde 2019 mündlich die Standort- und Beschäftigungssicherung zugesagt, deshalb haben wir uns auch für die Fusion stark gemacht und jetzt dieser Hammer! Da sehen wir, was das Wort von diesen Leuten wert ist. Schäbiger kann man mit seiner Belegschaft nicht umspringen! Wir lassen uns das nicht bieten!“


Eva Stassek, 1. Bevollmächtige der IG Metall Braunschweig: „Hier geht es um Menschen und ihre Familien! Eine so existentielle Entscheidung einfach zu verkünden ist das Allerletzte! Corona soll nun als Begründung dafür herhalten, dass man Know How und Fertigung abzieht und verlagert. Die Belegschaft und ihre gewählten Vertreter wurden über die Zukunft des Standortes im Unklaren gelassen. Es gibt unzählige Möglichkeiten Krisen gemeinsam mit den Beschäftigten durchzustehen. Eine Schließung gehört ganz sicher nicht dazu! Wir werden diesen unglaublichen Vorgang nicht tatenlos akzeptieren. Wir fordern das Unternehmen auf, diesen Schließungsbeschluss zurückzunehmen.“


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