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350 IG-Metaller streikten in Braunschweig für bessere Arbeitsbedingungen



Braunschweig

350 IG-Metaller streikten für bessere Arbeitsbedingungen

Mehrere Betriebsräte, Vertrauensleute und Jugendvertreter erläuterten bei der Kundgebung anschaulich aus der betrieblichen Praxis, warum die Forderungen mehr als berechtigt sind und dass die Belegschaften Angebote erwarten.

350 IG-Metaller streikten am Freitag in Braunschweig
350 IG-Metaller streikten am Freitag in Braunschweig Foto: IG Metall

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Braunschweig. Rund 350 IG-Metaller forderten die Arbeitgeber am Freitag im Rahmen einer Kundgebung auf dem Braunschweiger Schlossplatz lautstark zum Einlenken in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen in der Metall- und Elektroindustrie, bei Volkswagen sowie den Volkswagen-Töchtern auf.



Eva Stassek, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig: „Nach wie vor konnte kein Verhandlungsergebnis erzielt werden. Allein aus den Braunschweiger und Wolfenbütteler Betrieben haben sich seit dem 2. März mehr als 7000 Kolleginnen und Kollegen an kreativen Aktionen und Warnstreiks beteiligt. Die Arbeitgeber sollten langsam verstanden haben, dass wir uns durch die Pandemie nicht davon abhalten lassen, unsere Forderungen mit Nachdruck zu vertreten.“

Neben einer Entgeltsteigerung um vier Prozent und Verbesserungen bei der Übernahme für Auszubildende und dual Studierende fordert die IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie nicht zuletzt Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung. Gerade für letzteres kämpfen die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Braunschweiger Standortes der BHW Plain Bearings GmbH. „Die Kolleginnen und Kollegen sind schockiert und bangen um ihre Existenzgrundlage“, berichtet Martin Grun, Betriebsratsvorsitzender von BHW. „Trotzdem oder gerade deshalb bleiben wir in dieser Tarifrunde kämpferisch. Die geforderten Instrumente zur Beschäftigungssicherung könnten den Kolleginnen und Kollegen wieder eine Perspektive geben“, ist Grun überzeugt. „Wir fordern nicht weniger als eine sichere Zukunft für uns und unsere Familien!“


In der Tarifrunde 2018 haben sich Volkswagen und die IG Metall auf die tarifliche Zusatzvergütung geeinigt. Besonders belastete Beschäftigte können diese in bis zu sechs freie Tage umwandeln – eine Möglichkeit, die rege genutzt wird. Jetzt fordern die Volkswagen-Beschäftigten eine Verbesserung dieser Regelung speziell für IG Metall- Mitglieder. „Mit der bezahlten Freistellungszeit haben wir 2018 den Nerv der Zeit getroffen“, meint Mark Seeger, Vertrauenskörperleiter Volkswagen Braunschweig. Diese Regelung nun auszubauen, sei zeitgemäß und ein längst überfälliger Schritt. „Schließlich tragen die Kolleginnen und Kollegen die Lasten der Transformation und bringen auch unter schwierigen Pandemiebedingungen ihre volle Leistung“, so Seeger weiter. „Die Regelung speziell für IG Metall-Mitglieder auszuweiten, wäre eine Anerkennung für all diejenigen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen.“

Hintergrund:


Im Organisationsbereich der IG Metall Braunschweig (zu dem auch die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt zählen) arbeiten über 6.000 Beschäftigte zu den Bedingungen des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert eine Entgeltsteigerung von vier Prozent für zwölf Monate, Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung (dort wo es nötig ist, kollektive Absenkung der Arbeitszeit mit Teilentgeltausgleich) und Zukunftstarifverträge (Investitionen). Darüber hinaus führt die IG Metall mit den Arbeitgebern Gespräche über die Verbesserungen der Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden. Die Friedenspflicht endete am 2. März 2021 um 00:00 Uhr.


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