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5.500 Leiharbeiter in Braunschweig



Braunschweig

5.500 Leiharbeiter in Braunschweig


Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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Braunschweig. Die Zahl der Leiharbeiter in Braunschweig ist gestiegen. 2015 Jahr gab es nach Angaben der Arbeitsagentur 5.524 Beschäftigte in Leiharbeit – zehn Jahre zuvor waren es 1.966. Eine Zunahme von 181 Prozent, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert.



Die NGG Süd-Ost-Niedersachsen spricht von einer alarmierenden Tendenz – und fordert die Politik zum schnellen Handeln auf. „Gerade berät der Bundestag über ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Zahlen zeigen, dass wir eine Regelung dringender brauchen denn je“, sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann. Allerdings müsse am Gesetz noch deutlich nachgebessert werden, um den „Wildwuchs im heimischen Arbeitsmarkt“ wirklich zu bekämpfen. Hierfür sollten sich jetzt die Braunschweiger Bundestagsabgeordneten in Berlin stark machen. „Gerade in der niedersächsischen Lebensmittelindustrie wird Leiharbeit zum Problem. Und mit dem Missbrauch von Werkverträgen haben wir es besonders in der Fleischverarbeitung zu tun. Dabei sind Leiharbeiter – genauso wie Werkvertragsbeschäftigte – bei der Altersvorsorge und beim Urlaub schlechter gestellt als die Stammbelegschaft“, kritisiert der Gewerkschafter. Das neue Gesetz müsse dem Anstieg dieser „2.-Klasse-Jobs“ endlich einen Riegel vorschieben.

Warnung vor einem Scheitern


Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sieht im Wesentlichen vor, dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten in einem Betrieb die gleiche Bezahlung bekommen wie das Stammpersonal. Die Höchstverleihdauer soll auf 18 Monate begrenzt werden. Dies gelte jedoch, so Tessmann, „nur für Personen, nicht aber für die Arbeitsplätze. Damit können Leiharbeiter im Prinzip alle 18 Monate einfach ausgetauscht werden“. Auch Betriebsräte sollen nach dem geplanten Gesetz lediglich Informationsrechte bekommen, aber keine Mitbestimmungsrechte, bemängelt die NGG. „Trotz allem wäre das Gesetz ein erster Schritt“, betont Tessmann. „Deshalb darf es im Bundestag auch auf keinen Fall scheitern.“ Die heimischen Parlamentarier seien in der Pflicht, die Interessen der wachsenden Zahl an Leiharbeitern und Werkverträglern zu vertreten. Dafür müsse das Gesetz so scharf wie möglich formuliert sein, fordert die NGG Süd-Ost-Niedersachsen. Erst dann werde sich der Negativ-Trend in Braunschweig umkehren – und der Leiharbeiter von heute zum Stammbeschäftigten von morgen.


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