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770 Liter ätzende Säure laufen aus - Fünf Speditionsmitarbeiter verletzt

Der Einsatz für die Feuerwehr wird vor allem durch die schwülwarme Witterung erschwert.

von Marvin König


Feuerwehrleute mit Schutzanzügen. (Symbolbild)
Feuerwehrleute mit Schutzanzügen. (Symbolbild) Foto: Alexander Panknin

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14.08.2020

Wolfsburg. Die Feuerwehren in Wolfsburg befinden sich seit 10:30 Uhr im Gewerbegebiet Heinenkamp im Süden der Stadt bei einem Gefahrguteinsatz. Bei Ladearbeiten in einem Speditionsgebäude sei ein Tank mit Phosphorsäure umgekippt. 770 Liter der stark ätzenden Flüssigkeit verteilte sich auf etwa 200 Quadratmeter Fläche im Gebäude. Durch die Dämpfe wurden fünf Mitarbeiter nach Angaben der Feuerwehr leicht verletzt.


Wie Sebastian Conrad von der Berufsfeuerwehr in Wolfsburg schildert, sei nach dem eingegangenen Notruf der Firma sofort das Alarmstichwort "ABC 2" ausgelöst worden. Entsprechend rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot an. "Die Lage vor Ort stellte sich dann so dar, dass bei Verladearbeiten im inneren des Speditionsgebäudes ein IBC-Behälter mit 1.000 Litern Phosporsäure umgekippt und havariert ist. Nach unseren Schätzungen sind etwa 770 Liter ausgelaufen", erklärt Conrad. "Die Mitarbeiter vor Ort hatten erste Maßnahmen ergriffen, indem sie mit Sägespäne versucht haben die Ausbreitung zu stoppen. Das ist auch teilweise gelungen." Die Einsatzkräfte haben insgesamt fünf Mitarbeiter der Firma als leicht verletzt kategorisiert, diese klagten über Atemwegsreizungen und wurden zur Abklärung ins Klinikum Wolfsburg gebracht.

Für die Feuerwehr eine Sisyphusarbeit: Die Flüssigkeit muss mit Spezialpumpen aufgenommen werden, doch auch die kontaminierten Sägespäne muss sorgsam aufgenommen und in speziellen Gefäßen verstaut werden. "Dadurch, dass da eine ätzende Flüssigkeit ist, die Atemwegsreizungen auslösen kann, müssen wir unter Vollschutz arbeiten." Initial alarmiert gewesen seien 80 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr. Stand 14 Uhr sind noch immer 60 Feuerwehrleute an der Einsatzstelle.

Feuerwehrleute ächzen unter der Hitze


Der für die Arbeit mit dem Gefahrenstoff notwendige Vollschutz hat gerade bei der schwülwarmen Witterung seine Tücken. "Das Wetter, was wir uns für diese Tätigkeit ausgesucht haben, ist nicht das Beste", scherzt Sebastian Conrad. "Wir versuchen die Ruhepausen zu organisieren und die Kräfte bei Bedarf auszutauschen. Unter dem Vollschutz ist die Einsatzzeit ohnehin auf 20 Minuten begrenzt, dann wird der Trupp ausgetauscht und dann auch nicht mehr eingesetzt." Das sei auch der Grund, weshalb so viele Kräfte vor Ort nötig seien. "Die Tätigkeit wird durch wenig Personal ausgeführt, aber wir brauchen viel Personal um zu wechseln", erklärt Conrad abschließend.

Verkehrsbehinderungen und andere Probleme seien durch den Großeinsatz nicht zu erwarten. Der Vorteil sei hier, dass die Firma einen großen Hof habe, auf dem sich die Feuerwehr habe ausbreiten können. Wie lange der Einsatz noch andauern wird, ist noch ungewiss.


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