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87 Baumfällungen an Jasperallee - Bürgerinitiative „entsetzt"

von Nick Wenkel


Die Jasperallee in ihrer ganzen Pracht bei Nacht. Foto: Archiv
Die Jasperallee in ihrer ganzen Pracht bei Nacht. Foto: Archiv Foto: Robert Braumann

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19.02.2018

Braunschweig. Die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig (BI Baumschutz) zeigt sich in einer Pressemitteilung entsetzt über die Ankündigung der Stadtverwaltung, 87 vorwiegend große Bäume auf der Jasperallee fällen zu wollen.



„Wir werden alles daran setzen, diese Bäume zu retten“, so Edmund Schultz von der BI Baumschutz. „Angesichts der weit über 1.000 Bäume, die wir durch Orkan Xavier verloren haben, der 800 verlorenen Bäume in den Stadtaußenbezirken, die unter dem früheren Oberbürgermeister Hoffmann nicht ersetzt wurden, sowie der Baumverluste in der Innenstadt im gleichen Zeitraum und weiterer Baumverluste durch die Orkane Friederike und Herborth können wir nicht verstehen, warum die Stadt ihre knappen Ressourcen nicht ausschließlich in schnelle und nachhaltige Wiederaufforstungen investiert. Nicht einmal die beiden letztes Jahr bewilligten millionenschweren Förderprogramme reichen aus, diese gewaltigen Verluste zu kompensieren. Wir halten es für eine große Verschwendung von Haushaltsmitteln, 390.000 Euro dafür auszugeben, Bäume zu fällen, durch kleinere Bäume zu ersetzen und einen intakten Mittelstreifen zu erneuern. Wir wünschen uns, dass das Geld komplett in Neupflanzungen investiert wird!“

Zunächst sollen Lücken bepflanzt werden



Die BI Baumschutz kämpft für die Bäume an der Jasperallee. Foto:



Sabine Sambou von der Bürgerinitiative schlägt vor: „Anstatt die großen Bäume mit Ihrer immensen Wohlfahrtswirkung für die Luft und das Stadtklima zu fällen, sollten zunächst einmal die 27 vorhandenen Lücken neu bepflanzt werden, gerne auch mit Linden. Es wird sicher möglich sein, dass diese im Schatten der anderen Bäume wachsen, denn die anderen nachgepflanzten Bäume wachsen dort ja auch! Die Wachstumsbedingungen sind sogar gut, denn der vorhandene Silberahorn gilt laut der von der Stadt zitierten GALK-Liste als stark lichtdurchlässig und die Linde als Viertelschattenbaum. Wenn dann wirklich alle paar Jahre ein Baum aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden muss, kann dort auch jeweils eine Linde nachgepflanzt werden. Dieses Vorgehen hätte den Vorteil, dass die Jasperallee niemals so kahl und scheußlich aussehen würde, wie das leider jetzt für die nächsten Jahrzehnte in der Adolfstraße der Fall ist!“

EU kritisiert Deutschland


„Ein Wechsel der Baumsorte aus historischen Gründen kann jedenfalls kein Argument dafür sein, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger noch mehr zu beeinträchtigen, als das jetzt schon der Fall ist. Die EU mahnt Deutschland ja nicht zu unrecht an, umgehend etwas für weniger giftige Luft in den Städten zu tun“, ergänzt Edmund Schultz.


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