Braunschweig

90 Jahre Nibelungen-Wohnbau in Braunschweig


Das Siegfriedviertel 20er-Jahren. Foto:  Nibelungen -Wohnbau-GmbH
Das Siegfriedviertel 20er-Jahren. Foto: Nibelungen -Wohnbau-GmbH Foto: Nibelungen -Wohnbau-GmbH

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21.07.2016


Braunschweig. Das Braunschweiger Siegfriedviertel entstand in den 1920er Jahren im Stil der Moderne als Siedlung im Grünen. An der Errichtung dieses Quartiers maßgeblich mitzuwirken, war die erste und sogleich namensgebende Aufgabe der kommunalen Nibelungen Wohnbaugesellschaft. Sie sollte zudem ein Meisterstück werden, denn das Unternehmen verwirklichte damals nach eigenen Angaben wegweisenden Wohnungsbau mit neuen architektonischen Ideen: Wohnen mit Lebensqualität und fortschrittlichem Komfort bei bezahlbaren Mieten. Diesem Credo fühle sich die Gesellschaft auch 90 Jahre nach ihrer Gründung am 22. Juli 1926 verpflichtet, heißt es in der Mitteilung anlässlich dieses Jubiläums.

Und weiter: Seither habe die Nibelungen-Wohnbau-GmbH prägenden Einfluss auf die Entwicklung Braunschweigs. Mit dem Bau von 150 Wohnungen im Norden der Stadt habe es vor neun Jahrzehnten angefangen. Heute sei sie für einen Immobilienbestand von 8.200 Objekten verantwortlich und verfüge über ein Anlagevermögen von rund 196 Millionen Euro bei einem Jahresumsatz von rund 45 Millionen Euro. „Als einer der führenden Anbieter von Wohnraum in Braunschweig müssen wir uns ständig im Wettbewerb bewähren. Wirtschaftlichkeit und Kostenbewusstsein rangieren da ganz oben“, betont Rüdiger Warnke, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Der nachhaltige Erfolg stellt sich aber erst ein, wenn sich die Mieter wohlfühlen.“ Deshalb verbinde die Nibelungen wirtschaftliches Wachstum mit sozialem Engagement.

So finanziere sie beispielsweise seit 2008 gemeinsam mit Stadt, Braunschweiger Baugenossenschaft eG und Baugenossenschaft Wiederaufbau eG den gemeinnützigen Verein Stadtteilentwicklung Weststadt, der drei Nachbarschaftstreffpunkte betreibe. Dort leisten sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit ehrenamtlichen Anwohnern Quartiersarbeit. Sie laden zum gemeinsamen Frühstück oder Kochen ein, bieten Busreisen an, beraten in acht Sprachen bei Fragen zu sozialen Hilfen, behördlichen Anträgen, Grund-, Kranken- oder Pflegeversicherungen und geben Tipps für ein unabhängiges, selbst bestimmtes Wohnen im Alter. Pflegebedürftigen Menschen vermitteln sie Hausbesuche, Essen auf Rädern und Hilfe im Alltag.

Mit diesem Engagement habe es der Verein im Juni 2016, als eines von 18 vorbildlichen Projekten auf die Nominierungsliste für den im bundesweiten Wettbewerb „Soziale Stadt 2016“ geschafft und wurde damit zweiter in der Kategorie „Gemeinsam für die soziale Stadt“. „Die Quartiersarbeit hat sich bewährt. Sie fördert das gesellschaftliche Leben in dem Stadtteil ungemein“, sagt Warnke. „Und sie wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.“ Deshalb probiert die Nibelungen-Wohnbau-GmbH auch neue Wege aus: Mit dem Carsharing-Projekt „Löwenexpress“ erweiterte sie kürzlich ihr Spektrum an wohnungsnahen Dienstleistungen für ihre Mieter und setzt damit ein eigenes fortschrittliches Mobilitätskonzept um.

Akzentverschiebungen hat es in ihrer Arbeit immer wieder gegeben - sei es die Bewältigung der Wohnungsnot nach dem ersten Weltkrieg, in der Zwischenkriegszeit, beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren oder dem Wohnungsbau in neu geschaffenen Braunschweiger Stadtteilen. Ab den 1990er Jahren dominierten Sanierung und Modernisierung die Geschäftstätigkeit, bis die Nibelungen-Wohnbau-GmbH vom Rat der Stadt 2012 den Auftrag erhielt, die aus den 70er Jahren stammende Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt zu ersetzen.


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