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Ab Montag wieder telefonische Krankschreibung möglich

Dies gilt für Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Grippewelle sollen so Ansteckungen und volle Wartezimmer vermieden werden.

von Marvin König


Symbolbild
Symbolbild Foto: regionalHeute.de

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15.10.2020

Region. Der gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen (G-BA) hat sich am heutigen Donnerstag in Berlin auf eine Wiedereinführung der telefonischen Krankschrift bei Atemwegssymptomen geeinigt. Diese Sonderregelung tritt bereits am kommenden Montag in Kraft und sei vorerst bis zum 31. Dezember befristet. G-BA begründet diesen Schritt in einem Pressestatement mit den bundesweit wieder steigenden Fallzahlen.



Patientinnen und Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können sich demnach telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben lassen. Die Ärztinnen und Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden. "Mit der Krankschreibung per Telefon gibt es für Menschen mit leichten Atemwegserkrankungen eine gute Alternative zum Praxisbesuch. Die Erfahrungen aus dem Frühjahr mit der Krankschreibung per Telefon haben gezeigt, wie umsichtig Versicherte damit umgehen. Von der räumlichen Trennung der Fälle werden vor allem auch viele ältere und multimorbide Risikopatienten ohne Atemwegsprobleme profitieren: Ihnen wollen wir die Angst nehmen. Sie können notwendige Arztbesuche und Behandlungen trotz eines aktiven Pandemiegeschehens nutzen, ohne sich einer erhöhten Ansteckungsgefahr auszusetzen oder Krankheiten zu verschleppen", erläutert Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA.

Sozialministerin Reimann begrüßt Sonderregelung


Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung sollten Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen. In einer ersten Stellungnahme begrüßte die Niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann den Schritt am Donnerstagabend: "Damit werden unnötig volle Wartezimmer verhindert und das Infektionsrisiko sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Ärztinnen und Ärzte gesenkt. Gerade vor dem Hintergrund der dieser Tage wieder stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen ist dieses Vorgehen der richtige Weg."


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