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AKH-Gruppe kritisiert vorgelegtes Angebot für Klinikum als "nicht ernst gemeint"

Der Landkreis Peine weißt Vorwurf des mangelnden Interesses zurück. Über die konkreten Zahlen will man aber nicht reden.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

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07.02.2020

Peine. "Der Landkreis Peine fordert knapp 40 Millionen Euro für die Übernahme des Klinikums Peine" - Mit diesem Titel kritisierte am Donnerstag der derzeitige Betreiber des Klinikums, die AKH-Gruppe, das gemeinsame Angebot des Landkreises mit der Stadt Braunschweig zur möglichen Übernahme des Hauses. Man bezweifle, dass das Interesse überhaupt ernst gemeint sei. Dies weist nun der Landkreis Peine seinerseits am heutigen Freitag in einer Pressemitteilung zurück.


In verschiedenen Medien sei von einem Kaufpreis von einem Euro die Rede. Hierbei würden andere Aspekte des Angebots leider vernachlässigt, so die AKH-Gruppe. Neben dem symbolischen Kaufpreis von einem Euro würden der Landkreis Peine und die Stadt Braunschweig zusätzliche Zahlungen in Millionenhöhe würden, die von der AKH-Gruppe und dem Landkreis Celle geleistet werden sollen. So würde erwartet, dass der Landkreis Celle die in Aussicht gestellten, aber noch nicht geflossenen 16 Millionen Euro bereitstelle. „Dies bedeutet, der Landkreis Celle soll 16 Millionen Euro dafür bezahlen, dass der Landkreis Peine das Klinikum übernimmt“, empört sich Klaus Wiswe, Aufsichtsratsvorsitzende der AKH-Gruppe und Landrat des Landkreises Celle.

"Die AKH-Gruppe und der Landkreis Celle sollen Verbindlichkeiten von rund 40 Millionen Euro übernehmen"


Darüber hinaus solle die AKH-Gruppe weitere Verbindlichkeiten übernehmen, insgesamt handelt es sich um fast 40 Millionen Euro, die der Landkreis Celle und die AKH-Gruppe dem Landkreis Peine und der Stadt Braunschweig bezahlen sollen. „Angesichts dieser Summe bezweifeln wir, dass hier ein ernsthaftes Interesse an der Übernahme des Peiner Klinikums besteht“. Der Aufsichtsrat werde die vorliegenden Angebote der Bieter bewerten und im ersten Quartal über das weitere Vorgehen entscheiden.

"Die angehäufte Misere der Vergangenheit sollen die übernehmen, die die Situation verursacht haben"


Zu konkreten Zahlen des Angebots der Bietergemeinschaft aus Städtischem Klinikum Braunschweig und Landkreis Peine möchte man sich aufgrund des laufenden Verfahrens und der geschlossenen Vertraulichkeitsvereinbarung nicht äußern, den Vorwurf des mangelnden Interesses des Landkreises Peine am Klinikum Peine weist dieser jedoch deutlich und klar zurück. "Wir haben die feste Absicht, für unser Klinikum in Peine eine tragfähige Brücke in die Zukunft zu bauen", so Landrat Franz Einhaus. Nach den aktuellen Berechnungen der Experten erfordere dies auf Sicht einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Sanierungsunterstützung. Der Landkreis Peine sei bereit, aktuell auch einen hohen Unterstützungsbeitrag hierfür bereitzustellen. "Es kann daher nicht davon die Rede sein, dass wir kein ernsthaftes Interesse am Klinikum haben. Es wäre aber naiv anzunehmen, dass der Landkreis Peine zusätzlich auch noch die angehäufte Misere der Vergangenheit übernehmen könnte. Hierfür liegt die Verpflichtung primär bei denjenigen, die diese Situation verursacht haben", so Einhaus weiter.


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