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Amt gibt Einblick: Medizinische Versorgung der Flüchtlinge



Braunschweig

Amt gibt Einblick: Medizinische Versorgung der Flüchtlinge

von Robert Braumann


Auch in der Nibelungen-Realschule sind Flüchtlinge untergebracht. Foto: Robert Braumann
Auch in der Nibelungen-Realschule sind Flüchtlinge untergebracht. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. 293 Flüchtlinge wohnen in den vier ausgewiesenen Sporthallen der Stadt. Sie werden nach Pararaph 4 Asylbewerberleistungsgesetz gesundheitlich versorgt. Gesundheitsamt-Leiterin Dr. med. Brigitte Buhr-Riehm gab am Donnerstag im Ausschuss für Soziales und Gesundheit einen Überblick zur Versorgung. 

Bis auf die Einrichtung in der Arminiusstraße würden momentan in allen Einrichtungen der Stadt Ärzte vorbeikommen, in der Arminiusstraße habe man eine Praxis in der Nähe, die sich um mögliche Patienten kümmern würde. Bis zu 22 verschiedene Nationen würden sich in den Turnhallen befinden, zu den Untersuchungen werde ein Dolmetscher angefordert, damit die Menschen auch ihre Bedürfnisse und Sorgen einer unabhängigen Person schildern könnten, berichtet Buhr-Riem.  Bei vielen Flüchtlingen hätten Impfungen komplett gefehlt, man habe dies in den vergangenen Woche sukzessive aufgearbeitet. Alle Menschen habe man aber nicht erreichen können. "Es ist mir an dieser Stelle aber wichtig zu betonen, dass die Menschen durch uns in ihrer Gesundheit gefährdet sind und nicht umgekehrt." Es gäbe keine exotischen Krankheiten bei den Menschen in den Turnhallen, die mitgebracht werden würden, wie oftmals fälschlich behauptet, so die Gesundheitsamt-Leiterin. Man habe in den Turnhallen kaum Infektionskrankheiten gehabt. Einzig seinen in einer Einrichtung einmal Windpocken aufgetreten.

Posttraumatischer Belastungsstörung


Einen wichtigen Beitrag zur Arbeit würde der sozialpsychiatrische Dienst spielen. Leider würden auch immer wieder posttraumatischer Belastungsstörung auftreten.  So habe man auch Flüchtlinge nach Königslutter zwangseinweisen müssen. In Zukunft soll es eine Kooperation mit der TU Braunschweig im Bereich der posttraumatischer Belastungsstörung geben. Für Ende des Monats sind freiwillige Screenings angedacht. Mit Fragebögen und Interviews möchte man mehr über den Zustand der Geflüchteten erfahren. Die Stadt werde die Kosten für eine mögliche Behandlung tragen.

Gesundheitskarte abgelehnt


Grundsätzlich bemerkte die Leiterin: "Vorrangig fällt schon auf, dass es psychische Erkrankungen gibt, die Menschen kommen aber nicht mit exotischen Krankheiten zu uns und wir kommen mit den Anforderungen auch gut klar. Ein Problem ist, dass von vielen unser Essen nicht gut vertragen wird. Im Gesundheitsamt wird es daher nun ein neues Programm mit einem Kochkurs und Ernährungsberatung geben." Die Ablehnung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge durch die Stadt könne sie nachvollziehen. Diese hatte bemängelt, dass die Kosten durch die Einführung zu hoch seien und den Verzicht auf eine Plausibilitätsprüfung kritisiert. Bei dieser wird geprüft, ob die beabsichtigte Behandlung dem abgesenkten Leistungsstandard dem Asylbewerberleistungsgesetz entspricht. Buhr-Riem befand: "Ich persönlich glaube das wir hier in Braunschweig eine sehr gute Versorgung sicher stellen und einen guten Standard haben. Auch aus diesem Grund brauchen wir diese Karte aus meiner Sicht nicht."




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