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Anbau Ratsgymnasium: Klostermauer soll integriert werden



Goslar

Anbau Ratsgymnasium: Klostermauer soll integriert werden

von Eva Sorembik


Ratsgymnasium Goslar. Archivfoto: Alec Pein
Ratsgymnasium Goslar. Archivfoto: Alec Pein Foto: Alec Pein

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Goslar. Bei einem Anbau am Ratsgymnasium soll eine historische Klostermauer überbaut und in den neuen Gebäudetrakt der Schule integriert werden. Dies geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Ratsfraktion Bürgerliste für Goslar und Vienenburg hervor.



Der Landkreis Goslar möchte als Schulträger die östliche Fläche entlang einer historischen Klostermauer überbauen, wobei die Mauer in das neue Schulgebäude integriert werden soll, berichtet die Stadtverwaltung. An der Westseite dieser Mauer seibereits im Jahr 1958/59 ein Schulerweiterungsbau („Fachtrakt“) angefügt worden, der mittlerweile selbst unter Denkmalschutz stehe. Der Neubau soll die Viergeschossigkeit dieses Fachtraktes aufgreifen und von diesem aus erschlossen werden. Die bestehende Klostermauer soll Teil der Unterrichtsräume im Untergeschoss und Erdgeschoss werden, beschreibt die Stadt die Planungen.

Planungsrechtlich wurden seitens der Stadt keine Bedenken gegen einen Anbau geltend gemacht. Aus denkmalrechtlicher Sicht wurde darauf verwiesen, dass zunächst ein bauhistorisches Gutachten Aufschlüsse über die Wertigkeit der Mauer geben soll, um die Überbaubarkeit und Integrierbarkeit beurteilen zu können. Dieses Gutachten liegt nun seit Ende April vor und wurde mit dem Landesamt für Denkmalpflege in einer ersten Stufe diskutiert, berichtet die Stadt in ihrer Antwort an die Bürgerliste über den aktuellen Stand.

Denkmalschutz prüft Vorhaben


Das bauhistorische Gutachten habe ergeben,dass ein Anbau an der Mauer aus historischer Sicht grundsätzlich möglich wäre und sogar dem Schutz der Mauer dienen könnte, da die jetzige östliche Ansicht ehemals eine Innenwand war. Durchgänge, die für eine Erschließung von Klassenräumen reaktiviert werden könnten, konnten allerdings nicht nachgewiesen werden. Deshalb werden aus denkmalpflegerischer Sicht Öffnungen in der Wand zu Schaffung von Zugängen zu eventuellen Klassenräumen ausgeschlossen.

Der Erhalt der Klostermauer werde von keiner Seite in Frage gestellt, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Diskutiert werde aber, ob die Integration der Klostermauer in Klassenräume geeignet sei, um dieses wichtige bauliche Zeugnis des ehemaligen Klosters Neuwerk darzustellen. Auch konnte die Frage noch nicht beantwortet werden, ob die Integration der historischen Mauer in die geplanten Klassenräume tatsächlich dem Schutz der Mauer dienen könnte oder ob hier eventuell Beschädigungen und überdurchschnittliche Abnutzungen zu befürchten sind.Die Vor- und Nachteile eines Anbaus seienmit dem Landkreis Goslar und dem Landesamt für Denkmalpflege diskutiert. Eine abschließende Beurteilung gebe es aber noch nicht.


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