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Braunschweig: Anbindung der Hafenbahn an Gewerbegebiet könnte LKW-Verkehr reduzieren



Braunschweig

Anbindung der Hafenbahn an Gewerbegebiet könnte LKW-Verkehr reduzieren

Am Standort Christian-Pommer-Straße könnte sich für Volkswagen nach jetzigem Stand eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens um mehrere tausend LKW-Fahrten im Jahr ergeben.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Marvin König

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Braunschweig. Die Stadtverwaltung will gemeinsam mit der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig und Volkswagen Group Components prüfen, wie das Schienennetz der Hafenbahn über den Mittellandkanal hinweg ins Gewerbegebiet Hansestraße West erweitert werden kann. Zur Initiierung des Projekts wollen die drei Partner in Kürze einen Letter of Intent unterzeichnen. Volkswagen Group Components beabsichtigt, diesen Transportweg im Falle der Realisierung für die Logistik seines Werks III zu nutzen und ist bereit, sich an den Planungskosten zu beteiligen. Dies teilt die Stadt Braunschweig mit.



"Mit der Anbindung an die Hafenbahn würden wir für das Gewerbegebiet Hansestraße West eine Trimodalität, also den Anschluss an Straße, Schiene und Wasser erreichen", so Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Damit würde die Infrastruktur für die dort ansässigen Betriebe deutlich erweitert. "Während die Anbindung an Schiene und Wasser die Chance bietet, LKW-Verkehre und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren, profitiert gleichzeitig der Braunschweiger Hafen vom zusätzlichen Rangieraufkommen und Güterumschlag", so Markurth.

Als Grundstückseigentümer und Erstanschließer auf der anderen Kanalseite sei Volkswagen ein wichtiger strategischer Partner bei diesem Vorhaben. Am Standort Christian-Pommer-Straße könnte sich für Volkswagen nach jetzigem Stand eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens um mehrere tausend LKW-Fahrten im Jahr ergeben. "Von dem geplanten Projekt Gleisanschluss Hafen West könnten wir als Komponentenwerk profitieren. Die Verlagerung des Transports unserer Produkte direkt aus dem Werk auf die Schiene würde nicht nur Kosten, sondern eine nicht unerhebliche Menge CO2 einsparen. Eine Realisierung würde direkt auf die Strategie des Volkswagen Konzerns "go to zero" einzahlen. Wir haben ein berechtigtes Interesse und unterstreichen dieses mit unserer Beteiligung an den Kosten für die Machbarkeitsstudie", so Martin Schmuck, Werkleiter von Volkswagen Group Components Braunschweig.


Neben Volkswagen sollen weitere im Gewerbegebiet Hansestraße West ansässige Unternehmen die Erweiterung der Hafenbahn zur Verlagerung der Logistikverkehre nutzen können. Sofern der Aufsichtsrat der Hafenbetriebsgesellschaft der weiteren Prüfung des Vorhabens zustimmt, würde der Hafen die entsprechende Vorplanung beauftragen. Zu prüfen seien neben der möglichen Trassenführung für den Brückenschlag über den Mittellandkanal auch der Umgang mit den angrenzenden Naturflächen sowie die Querung der Christian-Pommer-Straße. Zudem solle geprüft werden, welche Fördermittel für das Vorhaben infrage kommen.

Hintergrund


Die Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig mbH verfüge mit einem jährlichen Warenumschlag von zirka einer Million Tonnen über große Kompetenz im Bereich Logistik. Die Hafenbahn mit Zugang zum öffentlichen europäischen Schienennetz verteile Waggonladungen an die Empfänger im Hafengebiet und in die angrenzenden Industriegebiete "Hansestraße Ost” und "Heesfeld”. Sie erreiche jeden Schiffsliegeplatz.
Volkswagen Group Components lege in Braunschweig einen Schwerpunkt auf die Fertigung von Batteriesystemen. Diese würden unter anderem neben Achsen und Lenkungen, die im Werk III gefertigt werden, aufgrund ihres hohen Gewichts besondere Anforderungen an Transport und Logistik stellen, sodass Alternativen zum LKW-Transport hier besonders gefragt seien.


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