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Anonyme Kritik sorgt für Streit bei Wolters-Brauerei



Braunschweig

Anonyme Kritik sorgt für Streit bei Wolters-Brauerei

von Marian Hackert


Anonyme Kritik führte bei der jüngsten Betriebsversammlung der Brauerei Wolters zu Unstimmigkeiten zwischen Betriebsrat, Geschäftsleitung und der Gewerkschaft. Foto: Nick Wenkel
Anonyme Kritik führte bei der jüngsten Betriebsversammlung der Brauerei Wolters zu Unstimmigkeiten zwischen Betriebsrat, Geschäftsleitung und der Gewerkschaft. Foto: Nick Wenkel Foto: regionalHeute.de

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Braunschweig. Bei der Braunschweiger Brauerei Wolters hängt kurz vor Weihnachten der Haussegen schief. Der Grund sind anonyme "Beleidigungen", die im Rahmen der jährlichen Betriebsversammlung Anfang des Monats vorgetragen wurden. Die Geschäftsleitung setzte unterdessen eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro für die Ermittlung der Verfasser aus.



Laut Wolters-Geschäftsführer Peter Lehna hatte der Wolters-Betriebsrat angeblich einen Kummerkasten aufgestellt. In diesem konnten die Mitarbeiter anonym ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge hinterlassen. Diese Nachrichten wurden nun auf der Betriebsversammlung am 8. Dezemberöffentlich vom Betriebsrat vorgelesen. Sie enthieltenVorwürfe und Kritik gegenüber Mitarbeitern, welche Peter Lehna gegenüber unserer Online-Zeitung als"unheimlich beleidigend" und "Mobbing ähnlich" einstufte. Er sehe damit den Straftatbestand der Beleidigung und Verleumdung erfüllt. Die Geschäftsführung hatte sich daher dazu entschieden, Anzeige zu erstatten. Anders sieht es Gewerkschaftssekretärin Katja Derer. Gegenüber regionalHeute.de sprach sie von einem "scharfen Ton", welcher alles andere als beleidigend gewesen sei. Ein Ermittlungsverfahren entziehe sich zudem der Kenntnis der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

So etwas darf nicht noch einmal passieren


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Geschäftsführer Peter Lehna. Foto:




"Wir hätten diese Sache gern intern geklärt. Dass dies nun in der Öffentlichkeit ausgetragen wird, tut uns Leid", so Lehna. Dabei stehe die Geschäftsleitung absolut hinter den Betroffenen. Es müsse nun jedoch gesichert werden, dass so etwas nicht noch einmal passiere. "So lange die Verfasser nicht bekannt sind, stehen leider alle Mitarbeiter unter Generalverdacht", erklärt der Geschäftsführer. Dies dürfe so nicht stehen bleiben, daher müssten die anonymen Verfasser ermittelt werden. Von der Geschäftsführung wurde daher eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro ausgesprochen, die zur Ermittlung der "Täter" führen. Einzige Bedingung: Der Hinweisgeber müsste sich als Zeuge in einem möglichen Prozess zur Verfügung stellen.Für die NGG stellt die Belohnung eher eine Art "Kopfgeld" dar. Die Gewerkschaft halte dieses Prozedere für nicht tragbar, so Katja Derer. Generell stünde man hinter dem Betriebsrat und dessen Handeln.

Austausch ist Kulturgut der Brauerei-Wolters


Dabei hätte sich Lehna ein anderes Vorgehen gewünscht: "Wäre der Betriebsrat vertraulich an uns herangetreten, wäre das eine andere Sache. So mussten wir aktiv werden." Dies widerspräche jedoch dem eigentlich Sinn des Kummerkastens, meint Gewerkschaftssekretärin Katja Derer. Die sich darin befindlichen Aussagen werden unmittelbar vor der Betriebsratsversammlung aus dem Kummerkasten entnommen und direkt verlesen. Eine zukünftige Zensur lehne die Gewerkschaft zwar ab, dennoch zeige man sich gesprächsbereit, die Aussagen künftig anders vorzutragen, beispielsweise ohne die Nennung der Adressaten.

Über eine mögliche Klärung soll nun auf der nächsten Betriebsversammlung gesprochen werden. Dies sei laut Katja Derer wohl auch im Sinne der Geschäftsleitung. Ohnehin würden sich alle Beteiligten im stetigen Austausch miteinander befinden. Dieser Austausch sei und wird laut Katja Derer immer ein Kulturgut der Brauerei-Wolters bleiben. Dennoch ging die Initiative laut Lehna von der NGG aus. Über Schaden oder Nutzen müsse laut Geschäftsführer die Belegschaft entscheiden.


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