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Antrag der Wurmberg Seilbahn-GmbH entwickelt sich zum Krimi

von Nino Milizia


Der Seilbahnbetreiber will die Wasserentnahme verdoppeln. Foto: Die Marketing- und Veranstaltungsmanagement Braunlage Tourismus Marketing GmbH
Der Seilbahnbetreiber will die Wasserentnahme verdoppeln. Foto: Die Marketing- und Veranstaltungsmanagement Braunlage Tourismus Marketing GmbH

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03.11.2016

Braunlage. Die Wurmberg Seilbahn-GmbH beantragte im Sommer 2015, statt der bisher erlaubten Menge von 66000 Kubikmeter für ihre Schneeproduktion in Zukunft 130.000 Kubikmeter aus der Warmen Bode entnehmen zu dürfen. Doch die Umweltverbände schlagen Alarm und stellen Strafanzeige.



2012 war dem Seilbahnbetreiber durch den Landkreis Goslar nur unter Auflagen gestattet worden, eine Beschneiuungsanlage im ehemaligen Naturschutzgebiet Wurmberg zu errichten. Eine Wasserentnahme aus der Warmen Bode für Schneekanonen war nur bis zu einer Menge von 66.000 Kubikmeter gestattet worden. Die Entnahme war zudem nur zu Zeiten von Hochwasser gestattet.

Massive Auswirkungen auf Dynamik des Fließgewässers befürchtet


Nun allerdings möchte der Schneebetreiber Dirk Nüsse die Menge verdoppeln, um eine Schneesicherheit von 90 Tagen garantieren zu können. Dies rief jedoch die Umweltverbände NABU und BUND auf den Plan, die die bisherige Menge schon als bedenklich eingestuft hatten: "Ein solches Fließgewässer braucht eine Mindestwassermenge, aber auch Hochwassersituationen, die einen reinigenden Effekt haben und Sediment abführen," lässt sich Dr. Friedhart Knolle vom BUND Westharz zitieren.

Seinen vorläufigen Höhepunkt fand die Affäre mit einer Strafanzeige von Heinz Severitt gegen die Wurmberg Seilbahn-GmbH, die der Braunschweiger Oberstaatsanwaltschaft vorliegen soll. Anonyme Zeugen hätten angegeben, dass seit Fertigstellung der Anlage eine erheblich größere Menge Wasser der Warmen Bode entnommen worden sein müsse, da der Schnei-Teich (hier sammelte sich das abgezapfte Wasser für die Schneekanonen) immer gefüllt gewesen sei, obwohl die Warme Bode kein Hochwasser geführt habe und ständig Kunstschnee produziert worden sei.

Schwere Anschuldigungen gegen Betreiber


Noch dubioser wird es durch eine zweite Anschuldigung: So sei dies erreicht worden, indem durch Aufstauen der Warmen Bode ein künstliches Hochwasser erzeugt worden sei, heißt es in der Strafanzeige. Danach sei der künstlich errichtete Damm wieder eingeebnet worden. Auch werde von den Anwohnern vermutet, dass das Überlaufwerk erheblich niedriger als vorgeschrieben gebaut worden sei, so dass schon bei leicht höherem Wasserstand Wasser in den Schnei-Teich auf dem Wurmberg gepumpt werden konnte, teilte der BUND auf Nachfrage von regionalHeute.de mit. Noch werden die Behauptungen von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft geprüft. Zur Entscheidung über den Antrag äußerte sich der Pressesprecher des Landkreises Goslar wie folgt: "Gegenwärtig erfolgt die Prüfung der eingegangenen Stellungnahmen der beteiligten Fachbehörden. Voraussichtlich wird das Prüfergebnis Mitte November feststehen und mit dem Antragssteller besprochen. Im Anschluss daran werden die offiziellen Bescheide verschickt." Der Ausgang ist noch völlig offen.


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