Braunschweig

AOK startet bundesweites Behandlungskonzept: Patienten mit Schizophrenie werden besser versorgt



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02.12.2013


Braunschweig. Allein die Diagnose Schizophrenie betrifft bundesweit rund 800.000 Menschen und oft ist die Diagnose und der Umgang mit dieser Krankheit ein Schlag für Betroffene und deren Angehörige. Die AOK startet im Braunschweigischen Land nun ein Behandlungskonzept, das die Begleitung und Unterstützung der Erkrankten ermöglicht.

Schwachstellen in der Betreuung, der Versorgung und der Behandlung sollen in dem gemeinsamen Projekt der AOK Niedersachsen und dem Institut für Innovation und Integration im Gesundheitswesen (I3G GmbH) beseitigt werden. Durch das Konzept sollen Patienten mit Schizophrenie qualitativ und individueller versorgt und begleitet werden. "Bei rechtzeitiger und kontinuierlicher Betreuung ist eine gute Langzeitprognose für Patienten, auch im Hinblick auf den Erhalt der persönlichen Lebensräume, möglich", erklärt Rainer Rinne, AOK-Regionaldirektor für das Braunschweigische Land.

Mit der operativen Umsetzung in den Startregionen hat die I3G GmbH die Care4S (Care for Schizophrenia) beauftragt. Aufgabe der Care4S ist es, die Netzwerkpartnerschaften in Niedersachsen aufzubauen, die nach den Leitlinien der WHO, der Fachgesellschaft und dem Behandlungspfad agieren. Ziel aller Partner ist es, die Versorgung einzelner Patienten so zu verbessern, dass ärztliche Therapien insgesamt effektiver und effizienter werden. So sollen Rückfälle vermieden, Krisen bewältigt, stationäre Aufenthalte verkürzt oder vermieden werden. Außerdem sollen Patienten und deren Angehörige besser über die Krankheit und deren Verlauf informiert werden und berufliche Rehabilitation geschaffen werden. So kann dem Patienten die Teilnahme am täglichen Leben ermöglicht und vereinfacht werden. Ein Notfalltelefon sorgt auch am Abend und an den Wochenenden dafür, dass Patienten in einer Krisensituation betreut und begleitet werden.

Die Therapie-Hoheit bleibt in jedem Fall beim behandelnden Facharzt. Er trifft zu jeder Zeit die Entscheidungen mit dem Patienten und erarbeitet Behandlungspläne. Auch die Angehörigen werden in die Behandlungspläne einbezogen und werden Teil des Konzepts.

Nach dem Start des Projekts in einzelnen Regionen im Jahr 2010 wurde das Konzept ausgeweitet und konnte im Jahr 2012 die Pilotphase verlassen. Daraufhin folgte die Ausweitung auf ganz Niedersachsen. AOK-Versicherte im Braunschweigischen Land, die sich wegen Schizophrenie in Behandlung befinden, können sich bei ihrem Facharzt über das Versorgungssystem informieren. Gemeinsam wird dann der konkrete Ablauf der Versorgung besprochen und aus medizinischer Sicht beurteilt, welche Form der individuellen Behandlung für den Patienten die Richtige ist. Die Teilmahme an dem Projekt ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Für AOK-Versicherte ist die Teilnahme zudem mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden.

Weiter Informationen gibt es unter www.care4s.de und unter 0160-5847011 / Ansprechpartnerin ist Frau Annette König, IV-Koordinatorin Care4S


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