Wolfsburg

Arbeitszeitmodelle auf dem Prüfstand der IG Metall


Gewerkschaftssekretärin Silvia Schied. Foto: IG Metall
Gewerkschaftssekretärin Silvia Schied. Foto: IG Metall Foto: IG Metall

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04.06.2017

Wolfsburg. Die verschiedenen Arbeitszeitmodelle standen im Mittelpunkt des zweiten Netzwerktreffens der Entwicklungsdienstleister. Auf Einladung der IG Metall diskutierten rund 20 Teilnehmer aus den Ingenieursbetrieben in Wolfsburg über rechtliche Rahmenbedingungen und die Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten bei der Regelung von Arbeitszeit in ihren Betrieben.



„Das Thema Arbeitszeit brennt den Kolleginnen und Kollegen unter den Nägeln, das wurde bereits bei der ersten Netzwerkveranstaltung Ende März deutlich“, sagte Lothar Ewald, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall. Die Beschäftigten kritisieren in persönlichen Gesprächen häufig die Inflexibilität sowie die unkorrekte Vergütung von geleisteter Arbeit. Starre Regelungen in der Arbeitszeit erschweren nicht nur die Arbeit vor Ort, auch bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meist ein unerfüllter Wunsch. "Der Gesetzgeber stellt einen breiten Verhandlungsrahmen zur Verfügung, den Betriebsrat und Arbeitgeber durch Betriebsvereinbarungen mit Leben füllen können. Angepasst an die Bedürfnisse der Beschäftigten“ sagt die Juristin Silvia Schied vom Team Engineering und IT der IG Metall Wolfsburg in ihrem Vortrag über Arbeitszeitmodelle.

An zwei Diskussionsständen diskutierten die Teilnehmer mit Betriebsräten über ihre aktuellen Arbeitszeitmodelle. Mirko Lukas, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von IAV GmbH in Gifhorn, macht deutlich: „Die aktuellen Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über Mobile Arbeit sind nicht immer einfach. Aber ein gut informierter Betriebsrat schafft es, Arbeitszeitmodelle zu verhandeln, die die Beschäftigten in ihrer Arbeit und auch im Privatleben unterstützen.“

Sehr unterschiedliche Arbeitszeitmodelle


Stefan Schmidt, Betriebsratsvorsitzender operational services GmbH in Wolfsburg ergänzte: "Überstunden lassen sich in der Projektarbeit nicht vermeiden. Aber wir als Betriebsrat müssen jede einzelne Stunde genehmigen. Daran kommt der Arbeitgeber nicht vorbei!“

In den Diskussionsrunden wurde deutlich, dass sehr unterschiedliche Arbeitszeitmodelle in den verschiedenen Unternehmen vorhanden sind. Doch nur in Betrieben mit starken Mitbestimmungsstrukturen kommen die Modelle den Bedürfnissen der Beschäftigten nah. Denn nur Betriebsräte verhandeln auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber über Arbeitszeitmodelle. Dabei werden sie von der IG Metall unterstützt. Auch in Zukunft wird mit dieser Veranstaltungsreihe das Netzwerk für Beschäftigte bei Entwicklungsdienstleistern ausgebaut, um Hilfe aus der Praxis für die Praxis zur Verfügung zu stellen.


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