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Armutsrisiko in der Region steigt

von Robert Braumann


Symbolbild: A. Donner
Symbolbild: A. Donner Foto: Anke Donner

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23.02.2016


Region. Ein Verharren der Armutsquote in Deutschland auf hohem Niveau beklagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Armutsbericht. Die Armutsquote in der Region Braunschweig, Wolfenbüttel, Gifhorn, Peine, Wolfsburg, Salzgitter und Helmstedt, liegt demnach bei 17,4 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt von 15,4 Prozent.

Die Armutsquoten, mit denen gearbeitet wird, beruhen auf dem so genannten Mikrozensus, einer groß angelegten jährlichen Befragung von Haushalten in Deutschland – aktuell für das Jahr 2013. Hauptrisikogruppen seien Alleinerziehende und Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Armutsquote rasant gestiegen sei und erstmals über dem Durchschnitt liege. Die Herausgeber sehen daher auch keinerlei Anlass zur Entwarnung und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um dringend notwendige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen. Christian Woltering, Referent für fachpolitische Grundsatzfragen, Paritätische Wohlfahrtsverband, bemerkte gegenüber regionalHeute.de, dass die Zahl für die Region im Jahr 2009 bei 14,2 Prozent gelegen habe. Es gäbe demnach einen deutlichen Anstieg in der Region von über drei Prozent. Eine genauere Aufschlüsselung könne der Bericht nicht bieten, aber es zeige sich, dass mehr Menschen im angesprochenen Bereich ein Armutsrisiko hätten.

Erwerbslose und Rentner besonders betroffen


Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen bundesweit sind nach dem Bericht Erwerbslose (58 Prozent). Auch die Kinderarmutsquote (19 Prozent) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Die Armutsquote Alleinerziehender liegt bei sogar 42 Prozent. Alarmierend sei die Entwicklung insbesondere bei Rentnerhaushalten. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner sei seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Herausgeber des Armutsberichts sind Der Paritätische Gesamtverband, das Deutsche Kinderhilfswerk, der Volkssolidarität Bundesverband, die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, der Deutsche Kinderschutzbund, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte und die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie. PRO ASYL hat sich zudem mit seiner flüchtlingspolitischen Expertise in die Erstellung des Berichts eingebracht.

Für den Armutsbericht werden die Menschen gezählt, die in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben. Für 2013 lag die so errechnete Schwelle für einen Singlehaushalt bei 892 Euro. Für Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag sie bei 1.873 Euro. Die gesamte Studie finden Sie hier. 


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