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Artenvielfalt zuhause: So kann dem Dompfaff geholfen werden

Wer im eigenen Garten oder andernorts auch für den Dompfaff aktiv werden möchte – stellvertretend für viele andere Arten – der kann zum Beispiel heimische Sträucher und Bäume pflanzen.

Dompfaff mit Jungvögeln.
Dompfaff mit Jungvögeln. Foto: Miriam Link

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24.12.2020

Region. Wer liebt ihn nicht, diesen „knuffig“ daherkommenden großen Finkenvogel, dessen leuchtendes Rot fast schon an einem Exoten erinnert – zumal dann, wenn es sich vom Schnee am Futterplatz abhebt? Der Dompfaff ist eine der am häufigsten an Futterhäuschen zu beobachtenden Arten, wie der NABU Niedersachsen in einer Pressemitteilung betont. Wer im eigenen Garten oder andernorts auch für den Dompfaff aktiv werden möchte – stellvertretend für viele andere Arten – der kann zum Beispiel heimische Sträucher und Bäume pflanzen, im Winter abgestorbene Stängel und Stauden stehen lassen sowie eine Futterstelle anlegen, an der die Vögel die von ihnen geliebten Sonnenblumenkerne und andere Sämereien vorfinden können.



„Der Dompfaff fällt den Menschen durch sein imposantes Erscheinungsbild auf, weniger durch seine doch etwas verstecktere Lebensweise außerhalb des Winters“, sagt Rüdiger Wohlers, der Dompfaffe in jedem Jahr auf dem großen heimischen Balkon am Futterplatz aus nächster Nähe sehen kann. „Sie kommen aus den hohen Haselnusssträuchern des Gartens herübergeflogen und widmen sich dann voller Inbrunst den Sonnenblumenkernen in der Futterstation“, berichtet der Naturschützer.


Der Dompfaff weise stets eine schwarze Kopfplatte auf. Das Männchen sei leuchtend rot ausgefärbt, das Weibchen erscheine sehr viel blasser – wie auch die Jungvögel sei es blassrosa bis bräunlich. Dompfaffe würden zumeist wenig auffällig in Bäumen und Sträuchern brüten, meist zweimal im Jahr. Dabei werde das Weibchen, wie bei vielen anderen Vogelarten auch, während der Brutphase vom Männchen versorgt. Das Nahrungsspektrum des Dompfaffs sei weit gefächert und umfasst viele Sämereien, Körner und Knospen, aber auch, vor allem zur Aufzucht der Jungvögel, Insekten und Schnecken. Dompfaffe seien zumeist Standvögel, manchmal würden sie in harten Wintern aber etwas weiter ziehen. In der Regel würden sich in unseren Gefilden im Winter Dompfaffe aus Nordeuropa einfinden. Manchmal – je nach Härte des Winters – auch in großer Zahl.

Bundesweites Vögelzählen


„Spannend wird es vom 8. bis 10. Januar, wenn wieder die bundesweite Vogelzählaktion ‚Stunde der Wintervögel‘ stattfindet“, betont Rüdiger Wohlers. „Da wird sich zeigen, ob sich Dompfaffe am Futterplatz einfinden und ob vielleicht Nordeuropäer ihren Weg zu uns gefunden haben“, ruft der NABU-Mitarbeiter auf, die Beobachtungen zu melden, damit aus den Daten langfristig Schlüsse über Veränderungen des Vogelverhaltens durch den Klimawandel gezogen werden können.

Der NABU Niedersachsen halte für alle, die für den Dompfaff aktiv werden möchten und auch an der Stunde der Wintervögel teilnehmen möchten, ein kleines Info-Paket bereit. Es enthalte die Farbbroschüre „Vögel im Garten“, die umfangreiche Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art (wenn auch der Dompfaff kein Höhlenbrüter ist) sowie das Teilnahmeblatt für die Stunde der Wintervögel.


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