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ASSE: Einige Bauern wehren sich gegen 3D-seismische Messungen



Wolfenbüttel

ASSE: Einige Bauern wehren sich gegen 3D-seismische Messungen

von Max Förster


Einige Bauern wehren sich gegen 3D-seismische Messungen. Foto: Anke Donner
Einige Bauern wehren sich gegen 3D-seismische Messungen. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner)

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Region. Wie der NDR berichtet, stoße bei den Bauern das Vorhaben des Bundesamtes für Strahlenschutz, 3D-seismische Messungen rund um die Asse vorzunehmen, auf Ablehnung. Welche Maßnahmen hier vorgenommen werden, warum die Bauern gegen dieses Vorhaben sind und wie das BfS auf diese Ablehnung reagiert hat regionalWolfenbüttel.de in Erfahrung gebracht.

Auf einem Areal von insgesamt 38 Quadratkilometern Größe soll mit dem Verfahren der 3D-Seismik der Untergrund von der Oberfläche aus untersucht werden, um zusätzliche Kenntnisse für die Rückholung des Assemülls zu erlangen. Wie Ina Stelljes, Pressesprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), erklärte, sollen die Grundstücke dafür mit einem Fahrzeug befahren werden, das über Vibratoren verfügt. Diese Vibratoren würden Schallwellen erzeugen, die in die Tiefe der Erdoberfläche gelangen und quasi das Gebiet "abtasten". Treffen die Schallwellen auf Gesteinsschichten, würden diese reflektiert und über ein sogenanntes Geophon aufgezeichnet. So erhalte man Informationen über die Beschaffenheit unter der Erde. Mit diesem Verfahren könne man fehlende Kenntnisse über beispielsweise unbekannte Wasserwege beseitigen, erklärte Ina Stelljes. "Weitere Kenntnisse sind für das BfS mit einem möglichen Sicherheitsgewinn verbunden", erklärte sie weiter. Die Messkampagne umfasse einen Zeitraum von etwa 10 Monaten und die Eigentümer der Grundstücke sollen für die eventuellen Ernteausfälle entsprechend entschädigt werden, so Ina Stelljes.

Einige Landwirte geben ihre Grundstücke nicht frei


Etwa 700 Grundstückseigentümer seien in dem betroffen Gebiet zu verzeichnen. Etwa eine Handvoll Menschen hätten ihre Ablehnung signalisiert, so Ina Stelljes. Manche Gebiete könne man durchaus umgehen, da diese nur eine kleine Fläche einnehmen würden. Zwei der Eigentümer würden jedoch sehr große Gebiete besitzen, die für eine akkurate Messung von äußerster Wichtigkeit seien. Die Eigentümer würden allerdings keine Genehmigung für die Messungen erteilen wollen, berichtet Ina Stelljes. Wie der NDR berichtete, sei es die Ansicht eines der Landwirte, dass die Abfälle in der Asse keine Gefahr darstellen würden. Deswegen empfinde er die Maßnahmen der Messungen als überflüssig. Der Assemüll müsse, nach Meinung des Landwirtes, gar nicht geborgen werden. Ein weiterer Eigentümer, so Ina Stelljes, befürworte zwar die Rückholung des Assemülls, siehe jedoch aber keinen Nutzen und Gewinn in dem geplanten Messverfahren.

Die Reaktion des BfS


Das BfS habe für diese Argumentationen kein Verständnis. "Es ist unverständlich, wie versucht wird, für die Allgemeinheit wichtige Fragen der Sicherheit durch individuelle Einschätzungen zu beantworten. Unser Ziel ist es, die Betretungsrechte im Einvernehmen zu klären." sagte Ina Stelljes gegenüber regionalWolfenbüttel.de. "Der Verzicht auf das Verfahren wäre gleichzeitig ein Verzicht auf einen möglichen Sicherheitsgewinn.", erklärte sie weiter. Geplant sei es gewesen, im Frühjahr 2016 mit den Messungen zu beginnen. Dieser Termin lasse sich jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand nicht halten, da zunächst die Betretungsrechte geklärt werden müssten, ehe mit dem Verfahren begonnen werde könne.


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