Wolfenbüttel

Asse-II-Begleitgruppe fordert Moratorium


Asse-II-Begleitgruppe zeigt Sorge wegen geplanter Verfüllung nahe den Einlagerungskammern. Symbolfoto: Marc Angerstein
Asse-II-Begleitgruppe zeigt Sorge wegen geplanter Verfüllung nahe den Einlagerungskammern. Symbolfoto: Marc Angerstein

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01.09.2016




Wolfenbüttel. Unsere Redaktion erreichte eine Pressemitteilung der Asse-II-Begleitgruppe, in der man die Sorge wegen geplanter Verfüllung nahe den Einlagerungskammern zum Ausdruck bringt. Diese veröffentlicht regionalHeute.de unkommentiert und ungekürzt.



In Briefen an das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Strahlenschutz sowie das Umweltministerium in Hannover hat die Asse-II-Begleitgruppe ein Moratorium sowie die Erarbeitung eines „Masterplans“ gefordert. Damit soll die geplante Verfüllung der Hohlräume nahe den Einlagerungskammern mit den radioaktiven Abfällen vorläufig gestoppt werden. Die Genehmigung dazu hat das niedersächsische Umweltministerium vor wenigen Tagen erteilt.

Die „zahlreichen Sorgen“ der Begleitgruppe, wie es in den Briefen heißt, beziehen sich im Kern darum, dass ein Betonieren nahe den Einlagerungskammern die Rückholung erschweren könnte. So wird zum Beispiel befürchtet, dass der Atommüll zusätzlich feucht würde, was die Handhabung der Gebinde erheblich erschwerte. Im Gegensatz zu zahlreichen unbestritten sinnvollen Verfüllungen sei für die kritisierten Bereiche auch der gewünschte Stabilisierungseffekt für das Grubengebäude nicht nachgewiesen.

„Uns fehlt ein Masterplan, in dem alle Aktivitäten in der Schachtanlage in ihren Zusammenhängen und gegenseitigen Abhängigkeiten betrachtet werden“, begründet Landrätin Christiana Steinbrügge die Forderung nach einem Moratorium. Nach dem Eindruck der Begleitgruppe und ihrer wissenschaftlichen Berater (Arbeitsgruppe Optionen – Rückholung) steht bei zentralen Entscheidungen des Bundesamtes für Strahlenschutz die Notfallvorsorge im Vordergrund, während die Auswirkungen auf die Rückholung ins Hintertreffen geraten. „Es steht außer Frage, dass eine funktionierende Notfallvorsorge nötig und sogar Voraussetzung für eine Rückholung ist“, sagt Steinbrügge. Allerdings müsse die geltende Planung kritisch überarbeitet werden, da sie zum Teil von fragwürdigen Voraussetzungen ausgehe. Erst auf der Basis eines umfassenden Masterplans sei aus Sicht der Begleitgruppe eine tragfähige Abwägung zwischen Offenhaltung und Verfüllung im direkten Umfeld der Einlagerungskammern möglich.

Die Briefe an die Behörden werden in Kürze auf der Homepage der Asse-II-Begleitgruppe unter www.asse-2-begleitgruppe.de veröffentlicht. In der öffentlichen Sitzung der Begleitgruppe am kommenden Freitag (2. September, 14 bis etwa 17 Uhr im TWW, Am Exer 9) können Interessierte auch an den aktuellen Entwicklungen teilhaben und sich auch zu Wort melden.



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