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Asse II-Koordinationskreis: Umgebungsüberwachungskonzept fragwürdig



Wolfenbüttel

Asse II-Koordinationskreis: Umgebungsüberwachungskonzept fragwürdig


Dekoration des Tagungsortes durch den Asse II-Koordinationskreis. Foto: Andreas Riekeberg
Dekoration des Tagungsortes durch den Asse II-Koordinationskreis. Foto: Andreas Riekeberg

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Wolfenbüttel. Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises haben das Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 27. April besucht und ihren Unmut bezüglich des Konzepts der Umgebungsüberwachung von Asse II geäußert. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Koordinationskreises hervor.



"In einigen Punkten ist vordringlicher Handlungs- und Gesprächsbedarf deutlich geworden: die Kommunikation des Betreibers bezüglich Schacht 5 muss verbessert werden, das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung ist fragwürdig und das Bewusstsein über verschiedene Formen von Begleitprozessen muss geschärft werden.", lautet das Statement des Asse II-Koordinationskreises, der seine Kritikpunkte aufzählt:
1. Die Kommunikation des Betreibers bezüglich der Realisierbarkeit des Schachtes Asse 5 am gegenwärtig geplanten Standort war bei dem Begleitprozess-Treffen am 27. April von Uneindeutigkeit geprägt. Doch dieser neue Schacht Asse 5 und seine Anbindung an das Bergwerk sind von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur eminent wichtig für die künftige vollständige Rückholung des Atommülls und des Giftmülls, sondern schon jetzt für die Betriebssicherheit der gesamten Schachtanlage Asse II. Hier sollte der Betreiber seine Kommunikation präzisieren.


2. Das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung von Asse II ist grundsätzlich fragwürdig. Im Rahmen der Umgebungsüberwachung werden nur die radioaktiven Niederschläge in der Umgebung der Schachtanlage gemessen. Prof. Dr. Bertram (AGO) verdeutlichte: um die langfristige Belastung der Bevölkerung an der Asse zu ermessen, seien Erkenntnisse über die Anreicherung radioaktiver Teilchen wichtig, beispielsweise von radioaktivem Wasserstoff (Tritium) und Kohlenstoff (C-14) in den Organismen der Umwelt. Da sich die Umgebungsüberwachung beim Begleitprozess-Treffen am 27. April diesbezüglich für nicht zuständig erklärte, sollte hier eine Revision des Überwachungsauftrages erfolgen. Insbesondere stellt sich der Asse II-Koordinationskreis hinter die Forderung von Heike Wiegel, Baumscheibenanalysen von Bäumen aus der Umgebung der Schachtanlage durchzuführen. Hieraus könnten vermutlich Aufschlüsse über den Verlauf der Emissionen in den 50 Jahren seit Beginn der Einlagerung von Atommüll in Asse II gewonnen werden.

3. Der Charakter des Begleitprozesses hat sich geändert. Die jüngst installierte "Zivilgesellschaftliche Vertretung" (ZGV) soll die
Vertretung der Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Begleitprozess ermöglichen. Die Asse2-Begleitgruppe - so wie sie 2008 gegründet wurde - war hingegen darauf ausgerichtet, das Handeln des Betreibers kritisch zu begleiten und als Vertretung der gesamten Region Forderungen an den Betreiber oder den Gesetzgeber zu formulieren, die sich auf durchzuführende oder zu unterlassender Maßnahmen in Asse II bezogen.

Betreiber unter Beobachtung


Der Asse II-Koordinationskreis (aus Bürgerinitiativen, Organisationen und Einzelpersonen gegen die Flutung der Asse) wird das Handeln des Betreibers der Schachtanlage Asse II und das Agieren der Politik in Bund, Ländern und Kommunen bezüglich Asse II weiterhin kritisch begleiten. Er setzt seine fachlich orientierte Arbeit fort, unter anderem mit dem nächsten Treffen am Dienstag, dem 8. Mai, um 19 Uhr in Remlingen.

Weitere Informationen zu Asse II auf http://www.asse-watch.de


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