Atommüll in der Asse: Start der Bergung bleibt unsicher

Seit Jahren kommuniziert der Betreiber das Jahr 2033 als Datum. Der Plan ist verschoben, der Start der Rückholung offen.

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Im Asse-Bergwerk lagern noch 126.00 Atommüll-Fässer.
Im Asse-Bergwerk lagern noch 126.00 Atommüll-Fässer. | Foto: Rudolf Karliczek

Region. Es ist ein Dauerthema in der Region: die Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel und die 126.000 Fässer radioaktiver Abfälle, die dort unter Tage lagern. Dass sie aus dem ehemaligen Salzbergwerk herausgeholt werden sollen, ist gesetzlich festgelegt. Seit Jahren kommuniziert der Betreiber, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine, das Jahr 2033 als Startpunkt, um mit der Bergung der Fässer – der sogenannten Rückholung – zu beginnen. Immer noch steht auf der BGE-Homepage dieses Datum, das nach "heutigem Planungsstand" weiterhin gelte. Doch dass dieser Termin gehalten werden kann, daran zweifeln inzwischen nicht nur zahlreiche Experten und Beobachter.



Schon Anfang Februar hatte die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad in einer Pressemitteilung getitelt: "Rückholungsplanung für Asse II erneut verschoben". Darin hatte die AG bemängelt, dass die BGE weiterhin einen angekündigten Zeitplan nicht vorgelegt und offenbar nicht vorlegen kann.

Zeitplan verschoben


Die Veröffentlichung dieses Zeitplans sei schon mehrfach verschoben worden. Noch im Mai des Vorjahres hatte die BGE angekündigt, den Zeitplan bis Ende 2025 zu veröffentlichen. Anfang des Jahres 2026 hieß es dann, der Plan werde im März vorgelegt. Nun ist laut Berichten verschiedener Medien in der vergangenen Woche klar geworden: Den Zeitplan wird es erstmal nicht geben. Das kommunizierte auch die BGE so.

Derzeit gebe es noch zu viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, sodass noch kein neuer Starttermin für die Rückholung genannt werden könne, sagte unter anderem sogar BGE-Geschäftsführerin Iris Graffunder in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Landkreises Wolfenbüttel. Zuletzt seien weitere Verzögerungen hinzugekommen wegen einer Umplanung von Schacht 5 – einem weiteren Schacht ins Asse-Bergwerk, der nur für den Zweck der Atommüll-Bergung gebaut werden soll.

Was bedeutet das für die Bergung des Atommülls?


Die Veröffentlichung des Zeitplans wurde also erneut verschoben – und es deutet sich an, dass sich dies auf absehbare Zeit nicht verändern wird. Die AG Schacht Konrad teilte schon im Februar mit: Es sei zu befürchten, dass damit auch der Beginn der Rückholung deutlich später als 2033 liegen werde.

Was diese Verschiebungen für die Erfolgsaussichten der Rückholung bedeuten, lässt sich nicht vorhersagen. Die AG Schacht Konrad hatte jedenfalls eine Vermutung und Befürchtung geäußert: "Je später der geplante Beginn liegt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass die vollständige Rückholung überhaupt umgesetzt werden wird", hieß es in der Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft.

Die BGE kündigt an, bei einer öffentlichen Veranstaltung am 14. April in Remlingen über den neuesten Stand zu einigen Themen informieren zu wollen. Unter anderem werde es dann auch um den für die Bergung notwendigen Schacht 5 gehen.