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Aufbruchstimmung: Mini-Gärten in Flüchtlings-Wohnstandorten



Braunschweig

Aufbruchstimmung: Mini-Gärten in Flüchtlings-Wohnstandorten


Durch gemeinsames Gärtnern die Gemeinschaft stärken. Symbolbild: pixabay
Durch gemeinsames Gärtnern die Gemeinschaft stärken. Symbolbild: pixabay Foto: Pixabay

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Braunschweig. In den Innenhöfen der Wohnstandorte für Flüchtlinge in Bienrode und Melverode ist nach Information der Stadt ein besonderes Gestaltungsmodul unter dem Titel "Aufbruch" gebaut worden: Ein Baum, sternförmig umgeben von Beeten, ein Garten auf kleinstem Raum, der zugleich als Treffpunkt dienen soll.



Exemplarisch ist jetzt das Modul in Bienrode anlässlich eines Sommerfestes vorgestellt worden. Es entstand aus dem Wunsch nach einem gemeinsamen Gartenprojekt, das als Begegnungsmöglichkeit zwischen den dort untergebrachten Geflüchteten sowie den Anwohnern dienen soll.

Der "Aufbruch" soll nicht nur das Freizeitangebot erweitern, sondern Aufbruchstimmung wecken, durch gemeinsames Gärtnern die Gemeinschaft stärken - und zugleich können gesunde Lebensmittel eigenverantwortlich produziert werden. Unterschiedliche Arten von Gemüse, Kräutern oder Zierpflanzen tragen zum Dialog zwischen den Kulturen bei – über den Weg der Garten- und Kochkultur.


Stadtbezirksräte unterstützen


Beide Maßnahmen wurden von den jeweiligen Stadtbezirksräten unterstützt und mit je 500 Euro zur Realisierung der Baumpflanzungen bezuschusst. Die Baukosten belaufen sich auf zirka 5.500 Euro je Modul. Auf Anfragen von Initiativen und Freiwilligen, die zusammen mit Geflüchteten gemeinschaftlich gärtnerisch tätig werden wollen, entwickelten die Fachbereiche Soziales und Gesundheit sowie Stadtplanung und Umweltschutz das Modul gemeinsam und setzten es an zwei Standorten um, unterstützt von der Arbeit und Beruf GmbH der Volkshochschule.

Mit dem Modul wurde ein Garten auf kleinstem Raum entwickelt, der einen Rahmen bietet, um Gemüse und Kräuter anzubauen und Pflanzengrundkenntnisse zu vermitteln. Unregelmäßig dreieckige Beete ordnen sich wie Tortenstücke um einen Baum als Mittelpunkt an. Ihre Spitzen weisen zum Stamm und gleich einer schrägen Ebene steigen sie zum Baum hin an, als ob dieser beim Herauswachsen aus der Erde die Beete mit angehoben hat. Durch Anordnung, Neigungen und teilweise Beschattung durch die Baumkrone, entstehen kleinräumig sehr unterschiedliche Standortbedingungen, die den Einsatz eines breiten Artenspektrums erlauben.

Die Seiten der sechs ansteigenden Beete werden baulich mit Trockenmauern abgefangen, so dass die Pflanzen bequem erreichbar sind. Der Kopfstein an der Spitze hat bequeme Sitzhöhe und ist somit ideal zum Verschnaufen. Alle drei Komponenten eines Gartens können hier umgesetzt werden: Baum, Strauch und Krautschicht.

Die Beteiligten hoffen, dass das Modul Schule macht: Es kann als Symbol und Initial mit Wiedererkennungswert zum Beispiel an Kitas und Schulen oder anderen Wohnstandorten für Flüchtlinge eingerichtet werden.


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