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Aus Verzweiflung auf Strommast geklettert - darf Moses bleiben?



Wolfenbüttel

Aus Verzweiflung auf Strommast geklettert - darf Moses bleiben?

von Robert Braumann


Viele Unterstützer für den jungen Mann. Foto: privat
Viele Unterstützer für den jungen Mann. Foto: privat

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Remlingen. Im Juli erlangte der 19-jährige Moses traurige Berühmtheit, als er aus Angst vor einer Abschiebung auf einen Strommasten klettert. Er drohte, in den Tod zu springen. Ob Moses in Deutschland bleiben darf bleibt unklar.



Jana Münch hat Moses während ihrer Arbeit in der Erstaufnahme in Groß Denkte kennen und schätzen gelernt. Sie sagte im Gespräch mit regionalHeute.de, dass Moses abgeschoben werden sollte und deshalb dieser drastische Hilferuf entstand. Er ist der älteste von fünf Brüdern, die sich erst in Schöppenstedt nach ihrer Flucht aus dem Südsudan in einer Unterkunft wiedergetroffen haben (Lesen Sie hier seine ganze Geschichte). Bis zur weiteren Klärung des Falls darf der junge Mann aus dem Süd-Sudan in Deutschland bleiben, entschied das Verwaltungsgericht Braunschweig im August. Seitdem hat sich nicht viel getan. Justin Lutterbey, ein enger Freund und Mannschaftskamerad von Moses beim MTV Wolfenbüttel, hat sogar eine Petition gestartet. "Der letzte Stand war ja der, dass Moses Abschiebeschutz bis zu einer Verhandlung gewährt wird. Nur leider kam seitdem keine weitere Meldung und auch kein angesetzter Termin. Einerseits deuten wir das als ein gutes Zeichen, andererseits hängt Moses ohne Papiere ja irgendwie in der Luft. Ob seine Akte nun einfach nach unten gerutscht ist oder der Fall gar nicht mehr bearbeitet wird, kann uns bis dato keiner sagen."

Über 40.000 Unterschriften


Er ergänzte: "Was ich mit Stolz sagen kann, ist, dass die Petition (www.change.org/mosessollbleiben) über 40.000 Unterschriften gesammelt hat und der Fall so berührt hat, dass uns change.org persönlich kontaktiert hat und uns unter die Arme gegriffen hat. Auch mithilfe der eingegangenen Spenden (teilweise anonym) konnten wir die Anwaltskosten decken, was uns sehr freut und eine essentielle Stütze darstellt, um für Moses' Bleiberecht zu kämpfen. Desweiteren ist er regelmäßig beim Fußball und geht zur Schule."

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