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Ausstellung „Braunschweigerinnen um 1900"



Braunschweig

Ausstellung „Braunschweigerinnen um 1900"


Plakat: Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig
Plakat: Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig

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Braunschweig. Am Anfang des letzten Jahrhunderts schien es vielen noch undenkbar, Frauen das Wahlrecht einzuräumen, denn schließlich läge deren „Hauptaufgabe ...in der stillen Arbeit im Hause und in der Familie“. War das Wirken von Frauen um 1900 wirklich so eingeengt?



Bei seiner Recherche stieß das Gleichstellungsreferat auf Frauen wie Dr. Margarete Breymann, die 1915 in Braunschweig als erste Frau eine gynäkologische Praxis eröffnete und erst 1953 mit 75 Jahren schloss. Als eine der ersten in Deutschland approbierten Ärztinnen hat sie über 2 Weltkriege hinweg vielen Frauen in Braunschweig geholfen. Die Recherche führte auch zu Käthe Buchler, die mit der damals noch neuen fotografischen Technik die Leistungen von Frauen in Männerberufen dokumentierte, auf die Sozialreformerin Hedwig Götze-Sievers, die Forscherin Agnes Pockels, die Malerin Margarethe Raabe und viele andere.

Im Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts 2018 konzipierte das Gleichstellungsreferat gemeinsam mit dem Arbeitskreis Andere Geschichte die Ausstellung: Braunschweigerinnen um 1900 - Gesellschaft gestalten ohne Wahlrecht.


Zu sehen ist sie vom 7. bis 28. September in der VHS Alte Waage, Alte Waage 15, in Braunschweig, montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr.

Zur Eröffnungsfeier am 6. September um 17 Uhr lädt Marion Lenz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Braunschweig, alle Interessierten ein. Herr Dr. Joch, Direktor des städtischen Museums, wird ein Grußwort halten. Fachlich in das Thema einführen werden die Historikerinnen Sabine Ahrens und Lena Kreie vom AK Andere Geschichte. Auch eine Zeitzeugin, Dr. Margarete Breymanns Adoptievenkelin aus Berlin, wird unter den Gästen sein. Bei einem Umtrunk können sich außerdem die Gäste "historisch" fotografieren lassen. Die zeitgenössische Ausstattung stellt das Braunschweiger Staatstheaters zur Verfügung.

Die Ausstellung ist als ein Beitrag zu einer geschlechtergerechten Erinnerungskultur zu verstehen: Sie soll die Leistung und die Lebenswege von Frauen würdigen, die kulturell, wissenschaftlich, sozial und politisch unsere Stadtgesellschaft mitgestaltet haben, engagiert, mutig, unermüdlich – und kaum beachtet.

Die ausgewählten Persönlichkeiten stehen hier stellvertretend für viele andere Frauen, die oftmals im "Schatten der Geschichte" unsichtbar werden und allzu schnell in Vergessenheit geraten.


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