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AWO mahnt vor Absenkung der Ausbildungsqualität bei Erziehern



Braunschweig

AWO mahnt vor Absenkung der Ausbildungsqualität bei Erziehern


Auch in der Kinder- und Jugendhilfe werden Fachkräfte gebraucht. Symbolbild: Pixabay
Auch in der Kinder- und Jugendhilfe werden Fachkräfte gebraucht. Symbolbild: Pixabay Foto: Pixabay

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Braunschweig. „Wir begrüßen, dass Kultusminister Grant Hendrik Tonne einen Niedersachsenplan ‘Mehr Fachkräfte in die Kita‘ aufgestellt hat, warnen aber davor, die pädagogische Qualität der Arbeit in den Kitas abzusenken“, sagt Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig in einer Pressemitteilung der AWO.



Es gebe einen steigenden Bedarf an Fachkräften in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen und besonders in Tageseinrichtungen für Kinder. Hierauf habe Kultusminister Tonne mit der Veröffentlichung einer Vorhabenplanung reagiert. Der AWO-Bezirksverband Braunschweig unterstütze die Planungen, die Ausbildungskapazität zu erhöhen oder die Schulgeldfreiheit einzuführen. „Zu kritisieren sind Ausführungen, die zu einer Absenkung der pädagogischen Qualität der Arbeit führen“, sagt Rifat Fersahoglu-Weber und verdeutlicht: „Wir können nicht aus der Not heraus dafür werben, sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten als Gruppenleitungen in Kitas zuzulassen. Ein solches Vorgehen löst nicht den Fachkräftemangel, sondern reduziert nur die pädagogische Qualität bei der Betreuung der Kinder.“

Nicht nur auf Kitas ausrichten


Für die AWO sei es eine besondere Hürde, dass das Kultusministerium in seiner Vorhabenplanung ausführt, die Ausbildung speziell für Fachkräfte in den Kindertagesstätten zu verkürzen. „Eine Schmalspurausbildung ist für uns nicht hinnehmbar“, sagt der Braunschweiger AWO-Vertreter. Die generalisierte Ausbildung müsse nach Meinung der AWO beibehalten werden. Eine nur auf Kitas ausgerichtete Ausbildung würde den Fachkräftemangel in anderen Arbeitsfeldern wie den Jugend- und Erziehungshilfen verschärfen.



Es gebe gute Vorschläge, wie Maßnahmen ergriffen werden könnten, um eine schnelle und nachhaltige Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher sicherzustellen. Die Auszubildenden könnten den Einrichtungen bereits nach drei Jahren und nicht wie jetzt erst nach vier Jahren zur Verfügung stehen. Die Lösung sei aus Sicht der AWO eine dreijährige gebührenfreie Fachschulausbildung mit Praxisanteilen und mit einem anschließenden Praxisjahr in der Kita. „Damit machen wir den Beruf attraktiv, schaffen eine Bindung an die Kitas und gewinnen zusätzliche Ausbildungskapazitäten an den Fachschulen. So wirken wir dem Fachkräftemangel entgegen und erhalten das erforderliche hohe Qualitätsniveau“, ist sich Rifat Fersahoglu-Weber sicher.


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