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Baggern für die Kröten auf DBU-Naturerbefläche „Herzogsberge"



Wolfenbüttel

Baggern für die Kröten auf DBU-Naturerbefläche „Herzogsberge"


Der Landkreis Wolfenbüttel und NLWKN werten die Lebensräume von Kreuzkröte und Knoblauchkröte auf. Symbolfoto: Pixabay
Der Landkreis Wolfenbüttel und NLWKN werten die Lebensräume von Kreuzkröte und Knoblauchkröte auf. Symbolfoto: Pixabay Foto: pixabay (Public Domain)

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Hannover/Cremlingen. Der Landkreis Wolfenbüttel und NLWKN werten die Lebensräume von Kreuzkröte und Knoblauchkröte auf. Das geht aus einer Pressemitteilung der DBU Naturerbe GmbH hervor.



Die Amphibiengewässer der im Eigentum der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) stehenden Naturerbefläche „Herzogsberge" seien in den vergangenen Jahren stark verlandet und zugewachsen. Daher seien sie als Laichgewässer für die hiesigen Vorkommen der Kreuzkröte (Bufo calamita) und der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) zum Teil nicht mehr geeignet, heißt es in der Pressemitteilung. Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften" sollen durch die Neuanlage und Sanierung bestehender Kleingewässer sowie die Anlage von Rohbodenflächen mit grabfähigen Böden die hiesigen Vorkommen der beiden Arten stabilisiert werden.

Arbeiten ab Oktober


Die Arbeiten würden ab Oktober 2018 durchgeführt. „Wenn Gewässer mit dem Bagger angelegt werden, sieht das oft erst einmal nicht sehr schön aus, da viel Rohboden freigelegt wird. Aber insbesondere die Pionierarten unter den Amphibien wird es freuen. Und wir freuen uns, hier gemeinsam mit der Flächeneigentümerin, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der DBU Naturerbe GmbH, und dem Landkreis Wolfenbüttel etwas für diese bedrohten Arten tun zu können", sagt Tom Kutter vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), Leiter des Projektes in Niedersachsen.


Den Arbeitenwäre eine intensive Erfassung der Arten und eine Planung durch den Gutachter und Dipl.-Biologen Manfred Wenst vorausgegangen, der das Gebiet seit Ende der 80er- Jahre betreut. „Das gemeinsame Projekt mit dem NLWKN bietet uns eine tolle Möglichkeit, diesen besonderen Lebensraum mit seinem wertvollen Amphibienbestand zu erhalten und zu entwickeln", sagt Silke Krause, Dipl.-Biologin der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Wolfenbüttel. Die Naturschutzbehörde renaturierte diese Kleingewässer zuletzt 2014 mit Mitteln des Landes Niedersachsen.

Seit Jahrzehnten beherberge der ehemalige Standortübungsplatz und die jetzige DBU-Naturerbefläche Herzogsberge zahlreiche Amphibienarten. Durch die intensive militärische Nutzung seien an insgesamt fünf Standorten zahlreiche Kleingewässer entstanden. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung im Jahr 2003 wären die Teiche verlandet und die Bedingungen für viele Amphibienartenwären schlechter geworden. Insbesondere Pionierarten wie die Kreuzkröte und die Knoblauchkröte würden unter der Situation leiden.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften"


Die Maßnahme bei Cremlingensei Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften" zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt werde. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollten dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollten gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projektes stünden beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel würden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liege in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liege beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).


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