Gifhorn

Betrügerbande geht Gifhorner Polizei ins Netz


Gleich drei Täter einer Betrügerbande konnte die Polizei Gifhorn festsetzen. Symbolbild: Robert Braumann.
Gleich drei Täter einer Betrügerbande konnte die Polizei Gifhorn festsetzen. Symbolbild: Robert Braumann. Foto: Robert Braumann

Artikel teilen per:

24.11.2016

Gifhorn. Am vergangenen Dienstag, 22.11.2016, ging der Gifhorner Polizei dank einer Information durch eine Dienststelle aus Breisach in Baden Württemberg eine Gifhorner Betrügerbande ins Netz, gibt die Polizei Gifhorn bekannt.


Am vergangenen Dienstag wurde die Polizeiinspektion Gifhorn durch eine Dienststelle aus Breisach in Baden Württemberg informiert, dass es an einer Gifhorner Anschrift zur Auslieferung betrügerisch bestellter Waren kommen soll. Ein Breisacher habe Anzeige erstattet. Angeblich hätte er einen Staubsauger bestellt, der ihm in Rechnung gestellt werde. Die Auslieferung erfolge nach Gifhorn. Bei der Kontrolle der Gifhorner Anschrift wurde festgestellt, dass am Türschild eine Vielzahl von Namen aufgelistet war. Auf Klopfen an dem vermeintlich leerstehenden Haus sprangen zwei Männer nach rückwärts aus dem Fenster. Die beiden konnten nach kurzer Nacheile überwältigt werden. Ein dritter Mann wurde im Haus festgenommen. Noch während der ersten Maßnahmen fuhren mehrere Kurierdienste vor und versuchten, Waren an die am Türschild angebrachten Namen auszuliefern. In dem Wohnhaus wurden bereits ausgelieferte Pakete festgestellt. In einem Raum lag zudem ein Stapel mit teilweise ausgefüllten Überweisungsträgern.

Die Täter


Als Täter konnten drei Männer aus Gifhorn identifiziert werden. Der Hausbewohner, 33 Jahre alt, der vermeintliche Haupttäter, 27 Jahre alt und ein 21-jähriger Mittäter. Nicht schlecht staunten die Beamten über die Anwesenheit des Haupttäters, gegen den schon seit längerer Zeit ein umfangreiches Verfahren wegen Überweisungsbetrügereien geführt wird. Gefälschte Zahlungsaufträge wurden an Konten von Geldwäschern geleitet, die das Geld dann an den Haupttäter weitergaben. Es ist davon auszugehen, dass die Täter die Kontodaten und die Kundendaten aus dem sogenannten Darknet erworben haben. Dort werden Kundenaccounts bei Warenhäusern und sonstigen Einrichtungen ausgespäht und zur kriminellen Verwertung weiterverkauft. Der Haupttäter und der Wohnungsinhaber wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hildesheim der Haftrichterin vorgeführt, die die Untersuchungshaft anordnete.

Das weitere Vorgehen


Es ist nun eine Herausforderung, diese Vielzahl von Taten zusammenzuführen und auch zu ermitteln. Dazu wird bei der Polizeiinspektion Gifhorn eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Erste Kontakte zu erstaunten Geschädigten haben stattgefunden. Eine Frau von einer Hallig in der Nordsee zeigte sich überrascht, dass von ihrem Kundenkonto bei einem Kaufhaus ein Fernseher bestellt wurde, der unterwegs nach Gifhorn war - ebenso wie ein Professor aus München, der auf Dienstreise in Kalifornien erreicht wurde, um ihm mitzuteilen, dass von seinem Bankkonto mehrere Tausend Euro an das Konto des 33-jährigen Gifhorner Täters unterwegs waren.


zur Startseite