Bettlerbanden in der Innenstadt: Polizei rät von Spenden ab

14. Juni 2016 von
Mit den steigenden Temperaturen sind in der Braunschweiger Innenstadt auch wieder mehr Bettler zu sehen. Foto: Balder

Braunschweig. Mit den steigenden Temperaturen sind in der Braunschweiger Innenstadt auch wieder mehr Bettler zu sehen. Sie sitzen an Häuserfassaden in der Fußgängerzone mit hochgekrempelten Hosenbeinen oder humpeln auf Passanten zu, um etwas zu erhalten. Die Polizei rät dennoch dazu nichts zu spenden.

Die Maschen sind unterschiedlich, einmal wird ein Zettel gereicht, auf dem in gebrochenem deutsch um Geld gebeten wird, eine andere Frau hat ein traurig schauendes Kind auf dem Arm, ein Mann humpelt auf Krücken durch die Fußgängerzone. Das Ziel ist aber immer wieder das Gleiche – es soll eine Spende geben. „Man kann schon davon ausgehen, dass der Großteil der Bettler nicht wirklich so Bedürftig sind, wie sie vorgeben.

Pressesprecher Polizei Braunschweig, Wolfgang Klages. Foto: Polizei

Pressesprecher Polizei Braunschweig, Wolfgang Klages. Foto: Polizei

Wir können immer wieder beobachten, wie Gruppen ganz gezielt in die Innenstadt gebracht werden und dort um Almosen bitten“, so Polizeisprecher Wolfgang Klages. Man könne schon von organisierten Gruppen ausgehen. Verboten sei es allerdings nicht, zu betteln. Manch einer mag sich daran stören, gerade wenn zeitweise an jeder zweiten Ecke jemand sitzt. Doch wer einfach nur dort sitzt, macht nichts falsch. Auch gemurmelte Bitten müssten die Passanten tolerieren, so de rPolizeisprecher. Nicht erlaubt sei aggressives Betteln. „Werden Eingänge von Geschäften versperrt, Menschen festgehalten oder angegangen, dann ist das nicht zu tolerieren und dem gehen wir auch nach“, sagt Klages.

„Spenden helfen nicht“

Die meisten Bettler wüssten aber ganz genau was erlaubt sei und was nicht, auch das spreche für eine gewisse Organisationsstruktur. Spenden würden nicht wirklich helfen, da die Bittsteller das Geld am Ende des Tages an Hintermänner abgeben müssten. Im besten Fall gäbe es noch eine Unterkunft und eine Mahlzeit, so die Polizei. Solange sich die Bettler nicht bei den Beamten beschweren, könne man aber nichts dagegen tun. Klages rät: „Wer etwas spenden möchte, der sollte dies über offizielle Stellen tun. So kann man am ehesten Benachteiligten helfen“

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