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Bewegende Geschichtsstunde in der JVA

von Alexander Dontscheff


Zum Abschluss des Vormittagsprogramms tauschten sich die Teilnehmer des Workshops in einer Feedbackrunde aus. Foto: Alexander Dontscheff
Zum Abschluss des Vormittagsprogramms tauschten sich die Teilnehmer des Workshops in einer Feedbackrunde aus. Foto: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

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09.12.2016

Wolfenbüttel. Zum siebten Mal absolvierten Auszubildende von MAN Salzgitter in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel einen eintägigen Workshop zum Thema "Respekt und Toleranz".



Während der Nachmittag dem aktuellen Strafvollzug und der Frage "Wie gehen wir heute mit Gefangenen um?" gewidmet war, stand der Vormittag im Zeichen der unrühmlichen Vergangenheit der Einrichtung während des Nationalsozialismus. Aufgeteilt in vier Arbeitsgruppen und betreut von der pädagogischen Mitarbeiterin der Gedenkstätte in der JVA Conny Schmidthals widmeten sich die jungen Erwachsenen, die sich alle am Ende ihrer Ausbildung befinden, den Biografien verschiedener Personen und präsentierten diese im Anschluss der gesamten Gruppe. Neben einem Justizvollzugsbeamten und einem Richter wurden auch die Schicksale zweier Hingerichteter beleuchtet. Diese berührten die Teilnehmer besonders, da es sich um Personen handelte, die etwa im gleichen Alter wie sie selbst waren und wegen kleinerer Delikte wie Diebstahl oder Körperverletzung zum Tode verurteilt worden sind. Hier wurde auch deutlich, wie seinerzeit Recht und Gesetz durch Sondergesetzgebung willkürlich gebeugt wurden, um so unliebsame Personengruppen zu eliminieren.

Beeindruckt von dem Gesehenen zeigte sich auch Ausbildungsleiter Hans-Werner Ruhkopf, der zum ersten Mal Auszubildende bei diesem Projekt begleitete. "Das Ganze hat mich sehr bewegt und zeigt, wie wichtig Demokratie ist. Das wollen wir den jungen Menschen mitgeben, damit sie es weitertragen." Daher ist sich Ruhkopf sicher, dass MAN dieses Projekt weiter fördern wird. Es ist sogar im Gespräch, es auf zwei Tage auszudehnen, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Zudem gibt es auch eine Nachbearbeitung des Projektes im Betrieb.


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