Bildungsniveau auf Augenhöhe? So ähnlich sind sich Paare wirklich

Laut dem Statistisches Landesamt Niedersachsen ähneln sich Paare häufig beim Bildungsniveau.

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Symbolfoto | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Region. Gegensätze ziehen sich an – heißt es. Doch wenn es um Partnerschaften geht, zeigt sich oft das Gegenteil. Wie das Statistische Landesamt Niedersachsen (LSN) anlässlich des Valentinstages mitteilt, hatten laut Mikrozensus 2024 von den rund 1,8 Millionen Paaren in Niedersachsen 59,8 Prozent das gleiche Bildungsniveau.



Weiter heißt es, dass sich 40,2 Prozent der Paare hinsichtlich des Bildungsniveaus unterschieden. Bei etwa jedem elften Paar (8,8 Prozent) verfügten sowohl der Mann als auch die Frau über ein formal niedriges Bildungsniveau. Etwas mehr als ein Drittel der Paare (34,5 Prozent) wiesen bei beiden Partnern einen mittleren Bildungsabschluss auf, während 16,5 Prozent der Paare aus zwei höher gebildeten Personen bestanden.

Unterschiede beim Bildungsniveau zwischen Frauen und Männern


Des Weiteren zeigten sich bei Paaren mit unterschiedlichen Bildungsniveaus merkliche Geschlechterunterschiede: 27,8 Prozent der Paare wiesen einen höher gebildeten Mann auf. In jedem achten Paarverhältnis (12,5%) besaß die Frau eine formal höhere Bildung als ihr Partner.

Neben dem Geschlecht spielte insbesondere das Alter eine Rolle: Jüngere Paare zwischen 18 und unter 45 Jahren hatten häufiger das gleiche Bildungsniveau (rund 62,6 Prozent) als ältere Paare ab 45 Jahren (58,5 Prozent). Bei jungen Paaren zeigte sich die größere Bildungshomogenität besonders bei höherer und mittlerer Bildung: Bei 24 Prozent aller jungen Paare hatten beide Partner ein höheres, bei 28,1 Prozent ein mittleres und bei 10,5 Prozent ein niedriges Bildungsniveau. Ältere Paare hatten bei gleichem Bildungsniveau noch häufiger eine mittlere Bildung (37,3 Prozent). Höhere und niedrige Bildungsniveaus (13,2 bzw. 8 Prozent) waren bei Paaren mit gleicher Bildung hier entsprechend seltener.

Höher gebildete Frauen bei jüngeren Paaren häufiger vertreten


Eine besonders interessante Entwicklung zeigte sich bei Paaren unterschiedlicher Bildungsniveaus. Höher gebildete Frauen waren unter älteren Paaren mit knapp 10,4 Prozent eine seltene Ausnahme, während ihr Anteil bei jüngeren Paaren bereits 17,2 Prozent erreichte. Umgekehrt verfügte der Mann bei 20,2 Prozent der jüngeren Paare über ein höheres Bildungsniveau; bei älteren Paaren traf dies sogar auf nahezu ein Drittel (31,2 Prozent) zu. Damit ergibt sich bei älteren Paaren ein deutlicher Vorsprung von 20,8 Prozentpunkten in Bezug auf das Bildungsniveau zugunsten der Männer, während der Abstand zwischen den Geschlechtern bei jüngeren Paaren mit rund 3 Prozentpunkten kaum ins Gewicht fällt.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklungen sei die Nivellierung der Unterschiede beim Bildungsniveau jüngerer Frauen und Männer. Während knapp ein Drittel der Frauen zwischen 18 und unter 45 Jahren ein hohes Bildungsniveau hatte (29,6 Prozent), betrug der Anteil bei den Frauen ab 45 Jahren 18,6 Prozent. Entsprechend war der Anteil der Frauen mit mittlerem Bildungsniveau in der jüngeren Altersgruppe mit 47,8 Prozent deutlich niedriger als bei den Älteren (57,4 Prozent). Bei Männern verhielt sich diese Dynamik umgekehrt. Der Anteil mit hohem Bildungsniveau lag bei den Jüngeren mit 28 Prozent niedriger als bei den Männern ab 45 Jahren (33,4 Prozent). Jüngere Männer wiesen mit 26,7 Prozent einen höheren Anteil mit niedriger Bildung auf als die älteren Männer (15 Prozent).

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