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Bio-Unkrautvernichter soll getestet werden



Wolfenbüttel

Bio-Unkrautvernichter soll getestet werden

von Anke Donner



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Wolfenbüttel. Die Städtischen Betriebe Wolfenbüttel wollen Unkraut mit einem Bio-Vernichter auf die Blätter rücken. Damit folgt die Verwaltung einem Antrag der Grünen Stadtratsfraktion aus dem vergangenen Jahr. 

Die Fraktion stellte im April 2014 den Antrag nach Alternativmethoden zur Unkrautbekämpfung zu suchen und diese zu nutzten. Bisher hatte die Stadt chemischen Mittel wie Glyphosat zur Vernichtung von Wildkräutern eingesetzt.


Dafür, so Dirk Trautwein, Betriebsleiter Städtische Betriebe Wolfenbüttel, habe man in diesem Jahr keine Genehmigung bekommen. Deshalb werden die Städtischen Betriebe in diesem Jahr zur Unkrautvernichtung das Heißwasserschaumverfahren (HWS) einsetzten.

Ursprünglich als Testphase gedacht, wird nunmehr das Verfahren als Hauptverfahren gemeinsam mit der mechanischen Unkrautbekämpfung eingesetzt.


Bei der HWS handelt es sich um ein thermisches Verfahren, das mit 94 bis 96 Grad heißem Wasser arbeitet. Ein als Wärmeisolator aufgebrachter Schaum, der zu 100 Prozent aus Pflanzenzucker, zum Beispiel aus Kokusnuss oder Mais, besteht und damit rein ökologisch ist, hält die Temperatur für kurze Zeit über der für Pflanzenzellen kritischen Grenze. Dabei gerinnt das Zellweiß und die Wildkräuter werden am Vegitantionspunkt zerstört.

Der Schaum wird in einer Konzentration von zwei bis vier Prozent bei der Anwendung verdünnt. Er ist nicht rutschig, zieht keine Insekten an und hinterlässt beim Trocknen keine Spuren. Eine Genehmigung nach Pflanzenschutzgesetz ist nicht erforderlich.

„Damit es wirklich wirksam ist, sind drei Anwendungen pro Jahr notwendig“, erklärt Trautwein.

Mit dem Einsatz soll in den nächsten Tagen in der Fußgängerzone im Bereich der Papierkörbe, Laternen, Blumenkästen, am Schloss und am Kulturbahnhof begonnen werden. Danach sollen Flächen wie der Innenhof der Kommisse, Wegflächen und Flächen des Okerstadions behandelt werden.

Das Gerät ist auch zur Bekämpfung der Herkulesstaude einsetzbar, hier wollen die Städtischen Betriebe aber vorerst nur an Stellen im Stadtgebiet testen, wie das Heißwasserschaumverfahren wirkt.


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