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Blick über die Schulter eines Comic-Zeichners



Wolfenbüttel

Blick über die Schulter eines Comic-Zeichners

von Max Förster


Comic-Zeichnen: Tobias Wagner zeigt, wie es geht. Er präsentiert die ersten beiden Teile des Mittelalter-Comic-Projektes. Fotos: Max Förster
Comic-Zeichnen: Tobias Wagner zeigt, wie es geht. Er präsentiert die ersten beiden Teile des Mittelalter-Comic-Projektes. Fotos: Max Förster Foto: Max Förster

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Schöppenstedt. Viele Menschen haben sich dem Schreiben gewidmet, eine Vielzahl wiederum der Kunst und andere zeigen ihr Können im Bereich der Bildbearbeitung. Tobias Wagner vereint diese einzelnen Sparten und schafft es, Bild und Text in Einklang zu bringen. RegionalWolfenbüttel.de war vor Ort und hat einen Blick über die Schultern des Comic-Zeichners gewagt, der zur Zeit an dem Drittel Teil einer Comic-Reihe arbeitet.

"Im Moment steht für mich das Comic-Zeichnen im Mittelpunkt" sagte der freiberufliche Illustrator, Journalist, Autor, Grafiker und Fotograf. Die Grundidee für sein derzeitiges Projekt lag in dem Wunsch, die Pfalz Werla in Schladen als Comicschauplatz in Szene zu setzen. Durch den bereits längeren Kontakt mit dem Historiker und Verleger, Dr. Thomas Dahms, vom Ostfaliaverlag war auch der passende Verlag für die Umsetzung seiner Idee gefunden. In Kooperation mit dem Verleger konnte so im Jahre 2013 der erste Teil von weiteren Comic-Teilen "Das Wunder von Werla - mit Heinrich I. gegen die Ungarn" veröffentlicht werden. 2014 erschien mit "Die Welt zu Gast in Quedlinburg - auf ein Schachspiel mit Otto dem Großen" der zweite historische Comic-Teil. Aufgrund zahlreicher positiver Resonanzen fiel die Entscheidung, noch weitere Teile zu veröffentlichen.

Wie entstehen aber solche Comics?


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Tobias Wagner lobt die gute Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Dahms. Foto: Max Förster



Ein Blick hinter die Kulissen hat gezeigt, dass bei der Erstellung eines Comics mehr notwendig ist als einfache Zeichenkünste. Zunächst müssen verschiedene Quellen aufbereitet werden, um eine Überblick über den historischen Rahmen zu bekommen. In einem Drehbuch werden dann die darzustellenden Szenen nach Text und Aufbau gegliedert. Hier wird für den Zeichner deutlich, welches Bild an welche Position kommt, was auf dem Bild zu sehen sehen sein soll, welche Figuren mitwirken,  und welche Sprechtexte die Figuren erhalten sollen.  Diese theoretische Aufbereitung liegt in den Händen von Dr. Thomas Dahms.



Ist das "Drehbuch" fertig, kommt Tobias Wagner ins Spiel. Er ist für die zeichnerische Umsetzung der theoretischen Vorgaben zuständig und hat hier im Großen und Ganzen freien Gestaltungsspielraum. Auch wenn ein Text Ihm mal zu lang oder ein Bild ihm zu viel erscheint, dann kann er diese Änderungen ohne großartige Absprachen  vornehmen, "denn der eine weiß, was der andere will", betont Tobias Wagner die gute Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Dahms.

Von der Skizze zum Bild


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Die Skizze ist bereit zum Scannen. Foto: Max Förster



Alles beginnt mit einer Bleistift-Skizze, so Tobias Wagner. "Hier beginne ich immer mit dem Gesicht und der Nase." Sind die Bleistiftzeichnungen fertig, zieht Tobias die Konturen mit einem Fineliner nach. Für diese Feinabstimmung benutzt er dann festeres und ebeneres Papier, sogenanntes Illustrationspapier. "Hiermit sind die Konturen genauer und die Linien verschmieren nicht", erklärt der Comic-Zeichner. Sind die Zeichnungen fertig, werden diese eingescannt und am Computer weiterverarbeitet.

Mit einem Bildbearbeitungsprogramm wird dem Ganzen jetzt die Nötige Farbe verliehen. Einzelne Bereiche, wie beispielsweise Arme, Beine, Kleidung und Hintergründe sowie kleine Details, wie die Schnüren der Kleider oder die Feder an einem Hut, werden per Mausklick ausgewählt und dann mit der passenden Farbe versehen. Hierfür bietet das Programm ein breites Spektrum verschiedenster Farbtöne an.  Erst nachdem ein Bild vollständig bearbeitet ist, werden die Texte eingefügt.

Zum Schluss werden die einzelnen Bilder an die vorgesehene Position gesetzt. Ist eine Comic-Seite fertiggestellt, gibt Tobias diese an Dr. Thomas Dahms weiter.

Was lange währt...


Zirka neun Monate Arbeit investiere man für die Erstellung eines solchen, etwa 40 Seiten langen Comics, so Tobias Wagner. Hier zählen natürlich die Ideenfindung, die Vorarbeit und die zahlreichen Besprechungen genau so mit rein, wie das Skizzieren, Zeichnen und Bearbeiten an sich. "Aber die Arbeit lohnt sich", betont Tobias Wagner. "Ich mag es, mich immer neu in eine Sache reinzufuchsen." Der Dritte Teil dieser Reihe wird im September erscheinen. So kann man gespannt sein, welche Persönlichkeiten  und Orte dieses Mal thematisiert werden. Neben einem vierten Teil, der 2016 erscheinen soll, seien noch weitere  Teile in Planung. Weitere Informationen zu Tobias Wagner und seinen Projekten sind hier erhältlich.

Für 14,90 Euro können die beiden bereits erschienenen Comic-Hefte über das Online-Portal des Ostfalia-Verlages bestellt werden. In regionalen Buchhandlungen sind die zwei historischen Comics ebenfalls erhältlich.


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