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Bragida-Rednerin Sigrid Schüßler will gewählte Parteien abschaffen



Braunschweig

Bragida-Rednerin Sigrid Schüßler will gewählte Parteien abschaffen

von Sina Rühland


Foto: Sina Rühland

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Braunschweig. Im Vergleich zur Vorwoche gingen die zwölften Kundgebungen der Bragida-Bewegung und des Bündnisses gegen Rechts friedlich zu Ende. Mit 350 Gegendemonstranten auf dem Anna-Amalia-Platz sowie 60 Bragida-Anhängern zeigten sich die Zahlen rückläufig. Wo in der vergangenen Woche Pegida-Chef Lutz Bachmann sprach, richtete die ehemalige NPD-Funktionärin Sigrid Schüßler nun am Sonntag ihre Worte an die Anhängerschaft.




Zu Beginn der Gegenkundgebung konterte Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller dem Bragida-Vorwurf, das Bündnis gegen Rechts wolle keine politischen Statements setzen, sondern Ärger machen. Er verwies auf das regelmäßig stattfindende kulturell und politisch unterstützte Bühnenprogramm und lobte die Attitüde der Gegendemonstranten. Wertmüller kritisierte jedoch die mangelnde Präsenz der Braunschweiger Wirtschaft und appellierte an die Handwerksverbände. Er rief die bisher fehlenden Zusammenschlüsse auf, sich zu positionieren, ein Statement zu setzen und sich um andere Probleme als fehlende Parkplätze zu sorgen.

Während das Bühnenprogramm der Gegen-Kundgebung lief, versammelten sich die Anhänger der islamfeindlichen Bragida-Bewegung wenige Meter weiter. Zu diesem Zeitpunkt soll es zu einem Zwischenfall gekommen sein. Zwei Demonstranten seitens der Bragida sagten aus, sie seien auf dem Weg zur Kundgebung von Gegen-Demonstranten angegriffen worden. Bragida-Organisatorin Tina Müller konnte dies bestätigen und rief infolge dessen einen Rettungswagen, um eine der beiden Personen untersuchen zu lassen – die Rettungskräfte fuhren kurze Zeit später ohne die Frau zurück. Tina Müller warf derweil den Gegen-Demonstranten vor, dass sie keine Erziehung genossen hätten und ihnen jeglicher Respekt fehle.

"Kampf eines Volkes"




Als die ehemalige NPD-Funktionärin Sigrid Schüßler mit ihrer Rede begann, versammelten sich schon zahlreiche Gegen-Demonstranten rund um die Absperrgitter. Die vierfache Mutter und studierte Schauspielerin begrüße die Bragida-Anhänger mit den Worten "Liebe Deutsche, liebe Freunde der Heimat.". In ihrer zirka 45-minütigen Rede sprach sie vom "Kampf eines Volkes", vom "Glauben an das Überleben" und "von einer Ebene der Spiritualität". Was zu Beginn noch esoterisch klang, schwenkte schnell in beleidigende Tiraden um. Schüßler richtete ihre Wort an die "linke Schmuddeljournalie", sowie an politische Parteien. "Parteien gehören abgeschafft", rief sie in die Menge, die jubelte ihr zu. Abschaffen wollte sie nicht nur demokratisch gewählte Parteien, auch Moscheen hätten in Deutschland nichts zu suchen – der Islam sei ein Dogma der Unterdrückung. "Der Islam ist eine Kultur der Massenvergewaltigungen und Beschneidungen von Frauen. So etwas hat in Deutschland nichts zu suchen", sagte Schüßler. Die nächsten Punkte auf ihrer Agenda galten afrikanischen Flüchtlingen, Gegendemonstranten und "verarmten, deutschen Männern".

Polizei zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf


Wie die Polizei Braunschweig mitteilte, konnten die Bragida-Anhänger anschließend die gesamte vom Veranstalter angemeldete Aufzugstrecke zurücklegen. Die Route sei ohne Zwischenfälle über die Museumsstraße, den Steintorwall und Magnitorwall zurück zum Ausgangspunkt abgelaufen. Das Ende der Kundgebung wurde gegen 17.45 Uhr ausgerufen. Insgesamt seien beide Demonstrationen friedlich geblieben.


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