Brücken-Einsturzgefahr: Braunschweiger Forschungsprojekt checkt in Echtzeit

Kritische Infrastruktur zu prüfen, ist äußerst aufwendig. Die TU will mit einem Mikroskop mit LED-Technologie Abhilfe schaffen.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Braunschweig. Um Unglücke wie den Einsturz der Carolabrücke 2024 in Dresden zu verhindern, prüfen Fachleute kontinuierlich den Zustand solcher kritischen Infrastruktur. Für rund 130.000 deutsche Brücken ein personal- und ressourcenintensives Unterfangen. Im Projekt TotalScope entwickelt die Technische Universität Braunschweig gemeinsam mit Partnern LED-basierte Messgeräte, die das Monitoring von Brücken, Dämmen und Gebäuden günstiger, präziser und in Echtzeit ermöglichen sollen.



Im Zentrum des Projekts steht laut Pressemitteilung der TU ein kostengünstiges, tragbares Mikroskop, das die dreidimensionalen Veränderungen in der Bausubstanz auf den Mikrometer genau beobachtet. Dank der Mikro-LED-Technologie des Braunschweiger Instituts für Halbleitertechnik bringt das transportable Gerät immense Vorteile kompakt zusammen. Anstelle von teuren optischen Komponenten wie Linsen und Spiegel leuchtet ein Geflecht aus Tausenden kleiner LEDs gezielt relevante Stellen der Struktur aus, während eine Fotodiode Veränderungen präzise erfasst.

Massenproduktion, die lange hält


Diese Hauptkomponenten des Geräts sind potenziell in Masse produzierbar und benötigen nur wenig Energie im Betrieb. Gleichzeitig können LED-Systeme wartungsfrei über lange Zeiträume arbeiten. Die Mikroskope lassen sich intelligent mit anderen Geräten und Anlagen vernetzen. So können sie ihre Daten in Echtzeit liefern und Veränderungen bemerken, bevor diese tatsächliche Gefahren auslösen.

Eine bezahlbare, autonome und energieeffiziente Überwachung des Zustands öffentlicher Infrastruktur – der Bedarf für die innovative Technik des TotalScope-Projekts ist hoch. Schließlich ermöglichen die damit kostengünstig und genau erfassten Daten, Sanierungen gezielt zu steuern. Unnötige Wartungen können eingespart werden und dank ihrer hohen Auflösung können die Mikroskope strukturelle Risiken frühzeitig erfassen. Probleme können so behoben werden, bevor sie das Gesamtbauwerk gefährden.

Damit die Technologie aus den Laboren der TU Braunschweig so schnell wie möglich in die Anwendung kommt, arbeiten die Forscher mit zwei Startups zusammen, verkündet die TU.

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