Braunschweig. Im Januar 2025 hatte die Verwaltung im Rahmen eines Verkehrsversuchs die Calvördestraße als Einbahnstraße für Autos eingerichtet. Der Grund war, dass Anwohner über die hohe Verkehrsbelastung geklagt hatten. Der zuständige Stadtbezirksrat Westliches Ringgebiet hatte die Maßnahme beantragt, ihm gebührte nun auch die Entscheidung darüber, ob die Regelung dauerhaft bleiben soll.
Als Entscheidungshilfe hatte die Stadtverwaltung wie geplant einen Abschlussbericht vorgelegt. Zu beachten war dabei nicht nur, ob der gewünschte Effekt erzielt wird, sondern auch, welche Auswirkungen es auf die umliegenden Straßen gibt.
Durchgangsverkehr wurde abgeschreckt
Wie die Verwaltung berichtet, habe es im Knoten Calvördestraße/ Triftweg/ Sommerlust insgesamt drei Kamerazählungen über jeweils 24 Stunden gegeben. Dabei habe sich gezeigt, dass sich mit der Einrichtung der Einbahnstraße im Januar 2025 die Verkehrsbelastungen in der Calvördestraße und der Straße Sommerlust deutlich reduziert hätten. Die Belastungen auf dem Triftweg hätten sich hingegen nicht wesentlich verändert. Das lasse den Schluss zu, dass der Durchgangsverkehr, der den Bereich Kälberwiese oder Sackring zum Ziel hatte, wirksam reduziert werden konnte.
Kontrollen durch die Polizei
Die Polizei hat im Zeitraum zwischen Januar 2025 und September 2025 mehrfach Kontrollen in der Calvördestraße durchgeführt. Anfänglich seien vermehrt Verstöße die Fahrtrichtung betreffend festgestellt worden. Dies habe im Laufe der Zeit nachgelassen und sei zuletzt nicht mehr festgestellt worden. Das Unfallgeschehen sei unauffällig. Gespräche der Polizei mit Anwohnern seien überwiegend positiv gewesen.
Doch es gab auch negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Verzögerungen vor dem Rudolfplatz in der Spitzenstunde, unkomfortable Parkplatzsuche im Quartier (zusätzliche Runden über den Rudolfplatz) sowie die Erreichbarkeit der Grundstücke südlich des Stichweges Calvördestraße 4 - 4K nur über Umwege gehörten dazu.
Doch die Verwaltung ordnet dies folgendermaßen ein: "Unmittelbar nach Einrichtung der Einbahnstraßenregelung gingen zahlreiche ablehnende Meldungen bei der Verwaltung ein. Das ist eine erwartbare, übliche Reaktion bei neuen Verkehrsführungen. Mit Eintreten des Gewöhnungseffekts sind diese Beschwerden stark zurückgegangen." Im November 2025 habe es eine Vielzahl von positiven Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft gegeben. Die überwiegende Mehrheit, unter ihnen auch anfängliche Skeptiker, hätte die Einbahnstraßenregelung begrüßt und sich für eine Verstetigung ausgesprochen.
Entscheidung ist gefallen
Entsprechend fällt das Fazit der Stadt aus: "Im Feedback überwiegen die deutliche Verkehrsberuhigung und weniger Konflikte gegenüber der umwegigen Verkehrsführung und der längeren Wegezeit." Der Stadtbezirksrat folgte dieser Ansicht. Mit 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Beibehaltung der eingerichteten Einbahnstraße beschlossen.

