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Coronavirus: KVN schließt Bereitschaftspraxen, Ärzte werden mobil eingesetzt

Aufgrund der hohen Infektionsgefahr durch den Coronavirus werden die Bereitschaftspraxen in der Region geschlossen.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Marvin König

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28.03.2020

Region. Die Corona-Pandemie und die Strategien zur Eindämmung des Virus haben nun auch Auswirkungen auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst in der Region. Die Ärzte in den Bereitschaftspraxen werden mobil eingesetzt, um die Kranken zuhause aufzusuchen. Derweil werden die Bereitschaftspraxen auch wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr vorübergehend geschlossen. Dies berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen.


„Alle Bereitschaftsdienstpraxen in unserer Bezirksstelle befinden sich in den besonders vor dem Eintrag von Coronaviren zu schützenden Krankenhäusern und stellen insoweit eine latente Einschleppungsgefahr dar“, erläutert Dr. med. Thorsten Kleinschmidt, Hausarzt und Vorsitzender des Bezirksausschusses der KVN-Bezirksstelle Braunschweig. „Eine Trennung der Versorgung von Patienten mit akuten infektiösen Atemwegserkrankungen und allen anderen Patienten ist aufgrund der besonderen Gegebenheiten des Bereitschaftsdienstes weder zeitlich noch räumlich möglich. Selbst wo eine räumliche Trennung von Krankenhaus und Bereitschaftsdienstpraxis möglich ist: Ein Anmeldesystem lässt sich in geöffneten Bereitschaftsdienstpraxen nicht darstellen. Ist die Tür offen, kommt der Patient unangemeldet. Das Infektionsrisiko in einer Bereitschaftsdienstpraxis ist für Patienten, Mitarbeiter und Ärzte derzeit einfach zu hoch“, führt Dr. Kleinschmidt weiter aus.

Die Zahl der zu versorgenden Patienten mit infektiösen Erkrankungen werde ansteigen. Daher wird die KVN-Bezirksstelle Braunschweig die Zahl der Ärztinnen und Ärzte erhöhen, die die Patienten im Krankheitsfall zu Hause besuchen.

Die Regelung greift bereits. Bis auf Weiteres werden die Ärztinnen und Ärzte, die bisher in den Bereitschaftsdienstpraxen den Dienst versehen haben, mobil eingesetzt. Der Betrieb der allgemeinen Bereitschaftsdienstpraxen wird vorübergehend eingestellt. Betroffen sind die Standorte in Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Der Standort in Salzgitter musste bereits in der Vorwoche aufgrund einer Anordnung des Gesundheitsamtes im Krankenhausgebäude geschlossen werden. Die kinderärztlichen Bereitschaftsdienste an den Standorten in Braunschweig und Wolfsburg werden wie auch der zentrale augenärztliche Bereitschaftsdienst in Braunschweig weiterbetrieben. Aber auch hier wird die Situation täglich neu bewertet.


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