Braunschweig. Die Schunter in Querum soll natürlicher werden – das entsprechende Renaturierungsprojekt ist jetzt den nächsten Schritt gegangen.
Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum, Staatssekretärin Anka Dobslaw vom niedersächsischen Ministerium
für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) und Bernd Hoppe-Dominik, Vorsteher des Wasserverbands Mittlere Oker (WVMO), leiteten jetzt die nächste Phase der Gewässerrenaturierung der Schunter in Querum ein, heißt es in einer Pressemitteilung des WVMO.
Schunterrenaturierung in Querum gestartet
Demnach wurde jetzt mit einem ersten feierlichen Spatenstich die bauliche Ausführung der Schunterrenaturierung in Querum gestartet. Die Kosten des Projekts tragen zu 100 Prozent das Land Niedersachsen und die Europäische Union. Kornblum begrüßt das Vorhaben: „Naturräume und Naherholungsgebiete gehören zur DNA einer attraktiven Stadt – die Schunter und ihre nähere Umgebung bergen in dieser Hinsicht ein großes Potenzial für Braunschweig. Vor etwa 20 Jahren haben die Stadt und der Wasserverband Mittlere Oker mit der Renaturierung des Flusses begonnen – ein ökologisches Erfolgsprojekt! Wenn die Arbeiten am Abschnitt zwischen dem Borwall und der Brücke Bienroder Weg abgeschlossen sind, wird die Schunter in Braunschweig vollständig renaturiert sein – zusätzliche Maßnahmen sind in der Zukunft natürlich nie ausgeschlossen."
In absehbarer Zeit werde sich die Flussniederung in Querum wieder in einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen verwandeln und Bürger können ihre Freizeit in einem ökologisch hochwertigen Naturraum verbringen. Es werde auch Aussichtshügel und zwei direkte Zugänge zum Wasser geben.
Zuletzt am 8. Januar 2025 hatte sich Staatssekretärin Anka Dobslaw nach Braunschweig aufgemacht, im Gepäck damals einen Förderbescheid über 2 Millionen Euro. Zu den Zielsetzungen der Förderung sagt Dobslaw: „Mit dem Start dieses Projekts in der Region Braunschweig, insbesondere an der Schunter, setzen wir ein klares Signal für zukunftsfähige Fließgewässer und attraktive Erholungsräume.“
Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Planungsphase bei der Stadt hatte zuvor 2024 der WVMO als kommunaler Gewässerausbauverband der Städte Braunschweig und Wolfenbüttel das Projekt in seine Trägerschaft übernommen und die Mittel für die bauliche Umsetzung beim Land Niedersachsen beantragt.
„Renaturierung von Fließgewässern und die Wiederherstellung ursprünglicher Gewässerlandschaften sind Generationenaufgaben. Diese erfordern eine intensive und langwierige Planung sowie große Ausdauer, um dabei alle gesellschaftlichen Gruppen mit ihren besonderen Bedürfnissen fair zu beteiligen und die Maßnahmen mit der gebotenen Sensibilität gegenüber den bestehenden gewachsenen
Ökosystemen auszuführen. Nur so erreicht man am Ende einen echten Mehrwert für Mensch und Natur“, gibt Verbandsvorsteher Hoppe Dominik zu bedenken.
100 Hektar großer Projektraum
Projektleiter Michael Stephan: „Im ca. 100 Hektar großen Projektraum werden vornehmlich Maßnahmen zur Strukturverbesserung des Gewässers und der Aue umgesetzt, an den vorhandenen Brücken wird der Abfluss bei Hochwasser verbessert. In der Nähe des heutigen Spatenstichs wird für den ersten Bauabschnitt der Stützpunkt für die rund 3,3 Kilometer lange Baustelle des WVMO sein."
Gebaut werden solle grundsätzlich in Fließrichtung, von Ost nach West. Begonnen wird aber im Bereich westlich der Fußgängerbrücke mit der Herstellung eines „Musterabschnitts“. Für die Umsetzung der Baumaßnahme werde mit etwa einem Jahr kalkuliert. Ein wesentlicher Faktor sei beim Bauen in einer Gewässeraue die Witterung. So würden beispielsweise ein Hochwasser oder niederschlagsreiche Zeiten den Baufortschritt verzögern. Spätestens aber Anfang 2027 sollte das Projekt beendet sein.

